Krugman: Keinen Zusammenhang zwischen Wohlfahrtstaat und Pleite-Risiko

Wohlfahrtstaat & Euro-Krise-


„Je mehr Sozialausgaben ein Wohlfahrtsstaat leistet desto Anfälliger ist das Land für das Abrutschen in eine Krisensituation.“ Mit dieser These versucht US-Ökonom Paul Krugman aufzuräumen. Nach seinen Untersuchungen gelte sogar das Gegenteil.

Eurokrise

Die Länder mit den höchsten Sozialausgaben in der Eurozone stehen heute noch auf robusten Beinen

Höhere Sozialausgaben erhöhen nicht die Gefahr einer Staatspleite

Was hat der Umfang der Sozialausgaben eines Wohlfahrtstaates mit der Krisenanfälligkeit zu tun? Offenbar nicht sehr viel. Der renommierte US-Wirtschaftswissenschaftler Paul Krugman untersuchte bei zahlreichen Staaten weltweit den Zusammenhang ihrer Sozialausgaben und deren wirtschaftlichen Entwicklungen. Einen Schwerpunkt der vorgenommenen Analysen legte Krugman in die Euroländer. „Es gibt keinen kausalen Zusammenhand“, so das Resümee des Ökonomen.

Im Februar 2014 veröffentlichte der Internationale Währungsfonds (IWF) den Bericht über „Umverteilung und Wachstum“ (pdf). Aus den Untersuchungen der Zusammenhänge zwischen dem Umfang der staatlichen Sozialleistungen und der Konjunktur seien keine negativen Auswirkungen der Umverteilungspolitik erkennbar.

Krugman nahm sich das Zusammenspiel zwischen den Wachstumsraten und den Sozialausgaben im Bezug zum Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Euroländer im Zeitraum zwischen 2007 und 2012 vor. Demnach haben die Länder, die die Krisensituation bisher am besten meisterten, relativ hohe Sozialausgaben. Umgekehrt dagegen seien die Wohlfahrtsländer mit den geringsten Ausgaben am schlimmsten in die Krisen abgeschlittert.

Die These, je höher die Sozialausgaben in einem Wohlfahrtsland desto anfälliger für eine Krisensituation, sei daher nicht aufrecht zu erhalten. Krugman erkennt vielmehr einen Zusammenhand in den vergangenen Zeiten der „Euphorie“. Demnach floss das Geld von den wohlhabenden Ländern Europas mit ihren etablierten Wohlfahrtsstaaten in die weniger entwickelten Volkswirtschaften der Peripherie. Diese gingen am Ende in die Insolvenz. Die Größe des Wohlfahrtsstaates habe damit wohl nichts zu tun.

Die Antwort des US-Ökonomen richtete sich gezielt auf die Thesen aus der Richtung von Rechts (neoliberale). Diese sind der Auffassung, dass die Krisenanfälligkeit mit dem Ausbau des Wohlfahrtstaates ansteige.

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