Kein Krisenschutz für Versicherungen – Die Altersvorsorge ist gefährdet

Eigentlich war es schon ein „offenes Geheimnis“, dass Lebensversicherungen im Fall einer Insolvenz der Versicherungsgesellschaft den kompletten Verlust der bisherigen Beiträge bedeuten können.

Wie die Welt Online mit ihrem Bericht am 13.10.11 veröffentlichte, warnte bereits am Donnerstag die Ratingagentur S&P (Standard & Poors) vor einer „Bonitätsschmelze“ bei deutschen Lebensversicherern.

Finanzielle Rettungsmaßnahmen greifen nicht für deutsche Lebensversicherer

Rentenausfall
Lebensversicherer wackeln

Die Entwicklung bis dahin war jedoch absehbar. Eine Absenkung der Garantiezinsen ab 2012 ist bereits beschlossene Sache (Bericht).

Das inzwischen erreichte Niedrigzinsniveau bei den Lebensversicherungen betrifft zwar nur die Neuabschlüsse ab 2012, verbessert aber in keiner Weise die realen Garantien der bestehenden Lebensversicherungsverträge. Der noch zum Vertragsabschluss gültige Zinssatz wird im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der Versicherer gen Null laufen.

Die Versicherungsgesellschaften sind den Belastungen gültiger hoher Zinsversprechen (Garantiezins) bei gleichzeitigen äußerst niedrigen Niveau der Zinsmärkte ausgeliefert. Die nötigen Renditen für das Erreichen der vertraglich zugesicherten Garantiezinsen lassen sich schon jetzt kaum erreichen.

Geht man von noch weiter steigenden Spannungen und Verwerfungen in der globalen Finanzwelt aus, wirft das einen tiefschwarzen Schatten auf die Zukunft der Lebensversicherer. Aus dem Bericht geht hervor, dass sich die Ratingagenturen für Warnungen vor finanziellen Gefahren sehr viel Zeit ließen.

Der jüngste S&P Hinweis auf die bevorstehenden und sich schon abzeichnenden Risiken wirft allerdings die Frage auf, warum dem Endverbraucher nicht schon von anderen („offiziellen“) Stellen auf die beinahe schon zu erwartenden Ausfälle der Versicherer hingewiesen wurde.

Die Ratingagenturen wie Standard & Poors, Moody’s und Fitch sind Privatfirmen. Kritik über die Ratingagenturen wird vor allem von denen ausgesprochen, die entweder schon eine negative Bewertung mangels Bonität erhielten, oder eine Abwertung in Aussicht gestellt worden ist.

„Zu viel Einfluß“ auf die Weltwirtschaft, „subjektive Bewertungen“ und „gesteuert“ im Interesse der US-Regierung gehören zu den kritischen Vorwürfen. Dennoch muß sich z.B. eine Bank, die einen Kredithebel von 20 oder mehr aufweist, keine ausreichende Deckung durch Eigenkapital vorweisen kann und dazu einen großen Bestand von Anleihen bankrotter Staaten hortet, „gefallen lassen“, in der Bewertung zur Bonität und Kreditwürdigkeit entsprechend „korrigieren“ zu lassen.

Wenn eine Privatperson einen einfachen Konsumkredit von z.B. 2.000,- Euro beantragt, die SCHUFA jedoch eine Negativeintragung meldet, wird der Antrag sehr schnell mangels Bonität pauschal abgelehnt und es gibt keine Insititution, die diese Person „rettet“.

Die Vorwarnungen der Ratingagenturen zur Abstufung der Versicherer legen die Gründe deutlich auf die kommenden finanziellen Probleme durch die sehr engen Möglichkeiten für ausreichende Renditen.

Es gibt keine „Institution“ die Lebensversicherer „rettet“

Das Privileg für einen letzten Rettungsanker, man mag auch Bürgen oder Garantiegeber sagen, besitzen die Banken. Zur Sprache kommen vor allem die sog. „systemrelevanten“ Banken. Systemrelevante Banken sind „too big to fail“, also zu groß um fallen gelassen werden, damit nicht noch weitere angeknüpfte Banken im Dominoeffekt zusammen brechen.

Das zeigt u.a. die eigentliche Abhängigkeit der deutschen und globalen Politik, sowie deren äußerst eingeschränkten Handlungsfreiheiten. Die letzte „große Rechnung“ mit dem jüngst erhöhten ESFS ist allerdings noch nicht vorgelegt.

Mit 211 Mrd. Euro haftet Deutschland und über Erweiterungen des ESFS im Bereich von 2 Billionen (!) Euro gesamt, wird bereits gemunkelt.

Eine solche „Finanz-Feuerwehr“ ist für Versicherer und deren Produkte zur Altersvorsorge nicht vorgesehen und für die Zukunft auch nicht geplant. Wer noch vor 30 Jahren eine Kapital-Lebensversicherung für die Aufbesserung einer Altersversorgung abgeschlossen hatte, tat dies unter guten Vorzeichen, hohen Rendite-Versprechungen und einen ebenso relativ hohen Garantiezins.

Die Regierung hielt nicht zurück, diese Form der Altersvorsorge als „ideale“ Maßnahme zu propagandieren. Die nach den ersten Dekaden der laufenden Policen nachträglich eingeführten Steuern für Renditen, dürten allerdings eine „Kleinigkeit“ im Vergleich zu den zu befürchtenden Totalausfällen sein.

Einfach ausgedrückt, geht eine Versicherung pleite, so sind in aller Regel Zinsen, Renditen und das bisher eingezahlte Geld verloren. Wer heute eine neue Police für eine Lebensversicherung abschließen will, braucht „tiefstes Vertrauen“ über die kommenden Entwicklungen im Laufe von 20, 25 oder 30 Jahren.

Sichere Anlagen wurden zu Schrottpapiere

Lebensversicherer haben vor allem in vermeintlich sicheren staatlichen Anleihen investiert. Das Zinsniveau hat allerdings einen historischen Tiefstand erreicht. Die Absenkung der Garantiezinsen auf 1,75 Prozent ab 2012 bringt die Versicherer sogar in eine Zwickmühle.

Das Interesse zum Abschluss einer Lebensversicherung wird aufgrund der niedrigen Garantieverzinsen entsprechend zurück gehen. Die Versicherer sind jedoch angehalten, das Eigenkapital aufzustocken. Liquidität läßt sich derzeit nur durch das Abstossen von Wertpapieren erreichen.

Somit bleibt für die Erwirtschaftung der weit höheren Garantiezinsen alter Verträge noch weniger Spielraum. Staatliche Anleihen gelten als sicher. In einigen Ländern innerhalb der EU ist die Eigenschaft der „sicheren Anlage“ schon längst abhanden gekommen und bringt weltweit einige Banken in arge Bedrängnis.

Die Ratingagenturen haben schon angekündigt, die „finanzielle Stärken“ Deutschlands nach der Aufstockung der „uneingeschränkten und unwiderruflichen“ Garantie für 211 Mrd. Euro zum ESFS noch einmal zu überprüfen.

Was tun mit einer alten Lebensversicherung?

In Abhängigkeit der unterschiedlichen Versicherer, deren Konditionen und Gebühren, sowie dem Alter und dem sog. Rückkaufswert, kann eine Lebensversicherung gehalten oder auch „abgestossen“ werden. Die Entscheidung liegt allenfalls beim Versicherungsnehmer.

Sollte die Police z.B. in einem Monat vor dem Laufzeitende stehen, wäre es wohl angeraten, diese auch zur Auszahlung kommen zu lassen. Entwicklungen und Änderungen der nächsten 10 Jahre zu überblicken ist schlicht unmöglich. Wer es trotzdem „prognostiziert“, was in 10 Jahren oder später „sein wird“. handelt unseriös.

Wer keinerlei Vertrauen in die aktuelle und sich derzeit abzeichnende Finanzlage legt, kann überlegen, die bestehende Versicherungspolice zu verkaufen. Die Entwicklung des Marktes berührt zwar die ebenfalls die Ankäufer einer Police unmittelbar, dennoch könnte ein Policenverkauf die bessere Alternative als die Rückgabe an den Versicherer sein.

Ein weitere Weg ginge auch über eine sog. Rückabwicklung der bestehenden Lebensversicherung. Auch hier steckt ein wesentlich höheres Potenzial drin, als der angebotene Rückkaufswert einer Versicherungsgesellschaft.

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Quelle: Welt-Online, 13.10.11

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