Konjunktureinbruch im Mai 2020 – DIW begrüßt Neuverschuldung

Konjunktur –


Der Konjunkturbarometer des DIW Berlin markierte für Mai 2020 einen neuen Tiefstand. Das Institut begrüßt jedoch die massive Neuverschuldung für das Ankurbeln der Konjunktur.

Konjunkturschwankungen

Nach dem massiven Konjunktureinbruch erscheinen Neuschulden als logisch

Die „deutsche Urangst“ vor Schulden und Hyperinflation

Mit wenig Überraschung meldete das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin ein weiteres Einbrechen ihres Konjunkturbarometers im Laufe des vergangenen Mais. Der DIW-Barometer fiel demnach um 20 Punkte ab, nachdem der Zähler im April für das zweite Quartal noch bei fast 37 Punkten stand. DIW schätzt für aufgrund der politisch verordneten Anti-Corona-Maßnahmen einen Wirtschaftseinbruch um mehr als 10 Prozent im zweiten Quartal 2020 gegenüber den ersten 3 Monaten des Jahres. In eine rasche Wirtschaftserholung könne nicht gehofft werden, auch wenn derzeit erste Besserungen zu beobachten seien. „Das Auslandsgeschäft dürfte angesichts der weltweit verheerenden Folgen der Corona-Pandemie wegbrechen und die Nachfrage vor allem nach Investitionsgütern schwach bleiben“, so DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

Dienstleister und Betriebe werden voraussichtlich schrittweise wieder in den normalen Ablauf zurückkehren, aber die Nachfrage nach deren Dienstleitungen und Produkte werden dieser Entwicklung wohl nicht folgen. DIW-Konjunkturexperte Simon Junker geht davon aus, dass viele Konsumenten bei größeren Anschaffungen eher zurückhaltend sein werden. Dazu wirkten sich auch in vielen Bereichen aufgrund von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit Einkommenseinbußen aus. Dazu werden voraussichtlich steigende Arbeitslosigkeit und nachlassende Investitionen im internationalen Ausland auf die deutsche Exportwirtschaft drücken.

Im internationalen Vergleich sei jedoch die „Politik“ dabei, die Einkommen der Privathaushalte und Unternehmen zu stabilisieren. Das wirke sich positiv auf die Binnenwirtschaft aus.

Allerdings provoziere die vom Bund aufgenommenen Neuschulden die „tief sitzenden Urängste vieler Deutscher vor einer Explosion der Staatsverschuldung und einer Hyperinflation“, so die Einschätzung des DIW-Chefs Marcel Fratzscher. Der Staat könne sich aufgrund der „riesigen Wirtschaftshilfen der Bundesregierung“ ruinieren, so lt. Fratzscher die Warnungen Vieler. Dabei sei ein „durchdachter und kräftiger Anstieg der Staatsausgaben“ auch essenziell für einen „soliden Staatshaushalt und einen schnellen Schuldenabbau“.

Mit der sog. „Urangst der Deutschen“ vor einer Hyperinflation wird zwar gerne argumentiert, aber die Grundlage dafür findet sich lediglich in einem bisher einmaligen Ereignis im Jahr 1923. Von den Auswirkungen dieser massiven Geldentwertung wird heute gesprochen, als wären sie von Generation zu Generation weitergereicht, an den gemeinsamen Familientreffen diskutiert, zu Weihnachten als Traditions-Thema gepflegt und letztendlich genetisch versiegelt worden. Die Antwort auf die Frage nach wichtigen Ereignissen im vergangenen Jahrhundert dürfte die Zeit kurz davor, jene rund 15 Jahre danach und den Mauerfall beinhalten, kaum aber das „Angst einflößende“ einmalige Ereignis Hyperinflation. Wie sich das Erlebnis der Urgroß- und Ururgroßeltern bis heute zu einer „Urangst“ entwickelt haben soll, ist daher nur sehr schwer nachvollziehbar. Es erscheint jedoch als geeignet, um den „besorgten Bürger“ seine irrationale Gründe aufzeigen zu wollen.

Die „vereinfachte Logik“ dahinter: Je mehr Schulden, desto schneller können diese wieder abgetragen werden. Nach der Aufnahme der Neuschulden werden die öffentlichen Kassen voraussichtlich wieder eine Schuldenquote von rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen. Erst im Jahr 2019 wurde das Maastricht-Kriterium von max. 60 Prozent des BIP nach vielen Jahren erstmals wieder erreicht.

Der DIW-Chef betonte, dass nicht die Staatsverschuldung ausschlaggebend sei, sondern die darauf fälligen Zinszahlungen. Diese lagen im Jahr 2019 „nur“ bei 11,9 Milliarden Euro und entsprachen 0,4 Prozent des BIP bzw. 0,9 Prozent der gesamten Einnahmen der öffentlichen Haushalte.

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