Konjunktur & Euro-Krise: Ökonomen blicken in eine finstere Zukunft

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Finstere Aussichten für die Konjunktur Europas. Zahlreiche Wirtschaftswissenschaftler blicken in eine gemeinsame düstere Zukunft. Deflation, hohe Arbeitslosigkeit und Stagnation beschreiben das Zukunftsbild der Ökonomen. Der EZB bleiben offenbar nur noch illegale Schritte übrig, um noch einen weiteren Versuch zu Stabilisierung einleiten zu können.

Euro-Krise

Der „Segen“ des Euros wird immer ersichtlicher. Ökonomen sehen schwarz.

Äußerst schwache Konjunktur und eine ratlose EZB

Düstere Aussichten für Europa. Es droht ein anhaltender Zeitraum der hohen Arbeitslosigkeit, der Stagnation und Deflation, so Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zur Welt am Sonntag.

Fratzscher steht mit seinen Befürchtungen nicht alleine auf breiter Front. Weitere führende Wirtschaftswissenschaftler sehen für Europa eine ähnliche Zukunft. So zeigte sich auch Guntram Wolff, Direktor bei der Denkfabrik Bruegel in Brüssel, sehr skeptisch und bezeichnet die Konjunktur Europas als „unglaublich schwach“.

Die Forderungen der Ökonomen sind nun an die Europäische Zentralbank (EZB) gerichtet. Fratzscher stellte fest, dass die EZB „nicht die Option, nichts zu tun“ habe und Wolff sieht eine weitere Lockerung der Geldpolitik als absolut notwendig an. Die erneut gesunkene Inflation im Euroraum (0,3% August 2014) sollten nach Ansicht zahlreicher Ökonomen für die EZB Anlass dazu sein, bei ihrer nächsten Ratssitzung am Donnerstag weitere Maßnahmen einzuleiten.

Auch die Länder seien mit der Ankurbelung von staatlich finanzierten Konjunkturprogrammen gefordert. „Eigentlich ist die Geldpolitik das bessere Mittel, um kurzfristig die Nachfrage zu steuern. Aber wenn die Geldpolitik ausgereizt ist, wäre vielleicht doch die Fiskalpolitik an der Reihe“, so die Meinung von Joachim Fels, Chef-Ökonom von Morgan-Stanley.

Für den Chef des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, bliebe der EZB eigentlich nur noch der Schritt zu illegalen Handlungen. Geldpolitisch habe die Zentralbank ihr „Pulver längst verschossen“, so Sinn im Interview mit WSJ (29.08.14). Nun wo eine geldpolitische Lockerung notwendig sei, gebe es keine Munition mehr.

Nun stehen wahrscheinlich die angekündigten Anleihekäufe durch die EZB an, aber dies sei der Einstieg in die illegale Staatsfinanzierung, so der ifo-Chef zu Focus (31.08.14). „Was die EZB betreiben möchte, ist keine Geldpolitik, sondern ein Herauskaufen von Staaten, Banken und privaten Firmen zu Lasten der Steuerzahler“, so Sinn im Bezug auf den geplanten Aufkauf fauler Wertpapiere. Der Artikel 123 des EU-Vertrags verbiete eine direkte Staatsfinanzierung, aber genau dies betreibe die EZB mit dem Kauf der Papiere, deren Haltbarkeit meist nur wenige Tage betrage.

Die Notenbank schaffe sich durch die „fiskalische Kreditpolitik“ im eigenen Haus eine Blase fauler Papiere, so Sinn zu Focus. Der deutsche Steuerzahler hafte durch den EZB-Anteil mit 28 Prozent. Gingen die Südländer pleite, so „läge der deutsche Anteil schon bei 40 Prozent“.





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