Konjunktur 2013: Deutschland im seichten Aufwind

Konjunktur Prognose 2013-


Nächstes Jahr werden weder der Euro-Raum noch Deutschland von nennenswerten Verbesserungen in der Konjunktur rechnen können. Neben einzelnen Spitzen und Talsohlen in den laufenden Entwicklungen rechnet das Münchener ifo-Institut dennoch mit leichten Erholungen im Jahr 2013.

Steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Inflationsrate

Aufwind 2013
Verzögerte Konjunkturerholung

Es liest sich wie ein Wetterbericht für die nächsten 3 Monate. Bis zum Jahresende 2012 verbleiben die Wolken über Deutschland auf einer tiefen Position und sorgen für eine eingetrübte Sicht bis ins neue Jahr hinein. Doch im Laufe des ersten Quartals 2013 reißen thermische Aufwinde die ersten Lücken in die Wolkendecken und bringen durch Aufhellungen die ersten Vorboten des Frühlings.

Das Münchener ifo-Institut sieht die deutsche Wirtschaft zum Abschluss des vierten Quartals 2012 noch in einer schrumpfenden Situation. Dennoch geht das Institut bereits im kommenden Jahr von leichten Erholungen aus. Diese Entwicklungen ließen sich aus dem ifo Geschäftsklima herauslesen, das nach einer Monate langen Abschwungphase zuletzt wieder in ansteigenden Tendenzen wechselte.

Als Hauptursache der schwächelnden Konjunktur wird die Eurokrise identifiziert. Doch für den kommenden Jahresdurchschnitt 2013 wagt das Münchener Institut bereits genauere Zahlen einzuschätzen und geht für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer Zunahme um 0,7% aus. Zu dieser Einschätzung basiert bereits der Unsicherheitsintervall (2/3 Wahrscheinlichkeit) mit der Spanne zwischen -0,6% und + 2,0%.

Die Binnennachfrage dürfte nach Einschätzungen des Instituts die Konjunktur im nächsten Jahr wieder in Fahrt bringen, wobei der Beschäftigungsaufbau dennoch nicht mit nennenswerten Zahlen in Gang kommen wird. Vorausgesetzt die Europäische Schuldenkrise spitzt sich nicht erneut zu.

Wirtschaftsraum Europa wird schrumpfen
Im Winterhalbjahr wird die Wirtschaftsleistung im Euroraum voraussichtlich sinken. Ausschlaggebend dafür seien die schlechte Arbeitsmarktsituation, die kontraktive Finanzpolitik, die restriktiven Finanzierungsbedingungen und die Unsicherheit über die weiteren Entwicklungen in der Eurokrise. Die Haushalte dürften ihre Ausgaben weiterhin einschränken, da vom weiteren Abbau der Schulden ausgegangen werden könne. Der Trend zu Verschlechterungen dürfte jedoch zur zweiten Jahreshälfte 2013 ein Ende finden und zu einem stabilen Zustand übergehen. Die fortgesetzte expansive Geldpolitik und die vorangetriebenen Exporte dürften eine unterstützende Wirkung zeigen.

Das BIP im Euroraum wird im laufenden Jahr voraussichtlich um 0,5% zurückgehen und im Jahr 2013 um weitere 0,2% schrumpfen. Für die Arbeitslosenquote sieht das ifo-Institut einen abschließenden Anstieg um 11,4% für 2012 und nächstes Jahr einen weiteren Zuwachs um 12,2%. Dabei werde es zu erheblichen Unterschieden zwischen den Regionen kommen. Aufgrund der hohen Unterbeschäftigung wird der Zuwachs der Löhne moderat ausfallen und die Teuerungsrate kontinuierlich verlangsamen. Da auch die vorherigen Anhebungen der Verbrauchssteuern schrittweise an Wirkung verlieren werden, dürfte die Inflationsrate in diesem Jahr auf 2,5% zurück gehen und nächstes Jahr 1,8% erreichen.

Mäßige Erholungen in der deutschen Wirtschaft
Das Jahr 2012 dürfte lt. dem ifo-Institut das Jahr 2012 mit einem BIP von 0,7% über dem Vorjahreswert abschließen und im Laufe des Jahres 2013 um 1,4% anwachsen. Der Jahresdurchschnitt 2013 wird aufgrund des schwachen Winterhalbjahres dennoch bei nur rund +0,7% liegen.

Kaum Veränderungen erwartete das Institut im Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen wird im Jahr 2013 nur um 35.000 Personen über dem Niveau vom Vorjahr liegen. Die Arbeitslosenzahl wird im Winterhalbjahr anwachsen und im kommenden Jahresverlauf wieder langsam absinken. Der Jahresdurchschnitt 2013 wird durch das hohe Anfangsniveau beeinflusst werden und am Ende einen Anstieg um 60.000 Personen vorweisen.

Das Jahr 2013 wird voraussichtlich mit einer Inflationsrate von 1,6% begleitet sein, während das Jahr 2012 noch mit +2,0% abschließen wird. Einen leichten Rückgang erwartet das ifo-Institut zur Bruttoschuldenquote. Während die Verschuldung noch in diesem Jahr auf 81,5% liegen wird, dürfte die Quote 2013 auf voraussichtlich 80,5% absinken.

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