Kindeswohlgefährdung – Weniger Fälle im Jahr 2017

Gesellschaft / Familien-


Die Jugendämter überprüften im Jahr 2017 mehr Familien aufgrund des Verdachts von Kindeswohlgefährdung, stellten im Jahresvergleich jedoch weniger tatsächlich vorhandene Gefährdungen fest.

Jugendämter leiteten 2017 rund 143.300 Prüfungen ein

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Weniger Kindeswohlgefährdung in 2017

Die Anzahl der von Jugendämtern festgestellten Kindeswohlgefährdungen ist im Jahr 2017 gesunken. Die Jugendämter prüften lt. der Statistikeinrichtung Destatis im Jahr 2017 ca. 143.300 Fälle, in denen eine Kindeswohlgefährdung vermutet wurde. Dabei stellten sie in 45.700 Fällen eine tatsächliche Gefährdung der Kinder fest. Die Zahl der Prüfungsverfahren stieg zwar gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent an, aber die der festgestellten Kindeswohlgefährdungen sank um 0,1 Prozent.

Als klare Kindeswohlgefährdungen stuften die Jugendämter insgesamt 21.700 Fälle ein (+0,6 %). In rund 24.100 Fällen (-0,6 %) konnten die Ämter eine Gefährdung nicht ausschließen. Keine Kindeswohlgefährdung, aber dennoch Bedarf von Hilfen stellten die Jugendämter in ca. 48.900 (+5,0 %) Fällen fest. Weder eine Gefährdung, noch Hilfebedarf wurden in 48.600 (+9,1 %) der überprüften Fällen festgestellt.

Der häufigste Grund für eine bestehende Kindeswohlgefährdung war im Jahr 2017 Anzeichen der Vernachlässigung (60,8 %). Psychische Misshandlungen stellten die Jugendämter bei 29,6 Prozent der geprüften Fällen fest. Rund 26 Prozent der betroffenen Kinder wiesen Anzeichen für körperliche Misshandlung auf. Bei 4,5 Prozent der Fälle lag eine sexuelle Misshandlung vor.

Bei 23,4 Prozent der eingeleiteten Prüfungen auf Kindeswohlgefährdung brachten Hinweise der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts den Stein ins Rollen. Schulen oder Kindergarteneinrichtungen waren anteilig zu 13,5 Prozent an den eingehenden Hinweisen beteiligt. 11,2 Prozent der Hinweise kamen von Nachbarn oder Bekannte und 10,6 Prozent der Hinweisgeber blieben anonym.


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