Keine Deflations-Risiken: EZB-Geldpolitik ohne Notwendigkeit?

Euro-Krise-


EZB-Chef Mario Draghi hielt es offensichtlich als erforderlich, die Geldpolitik in einem bisher nie da gewesenen Umfang zu lockern. Doch gleichzeitig mehren sich die Stimmen aus der Notenbank, die von einer Entspannung in der Eurokrise sprechen, als wären die Anfang Juni eingeleiteten Maßnahmen gar nicht erforderlich gewesen.

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EZB in zwei verschiedenen Welten? Extrem-Maßnahmen ohne Notwendigkeit?

Weder Deflationsgefahren, noch Anleihekäufe seien in Sicht

Mit Christian Noyer meldet sich ein weiteres Mitglied aus dem Hause der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Wort, das die zuletzt gesehenen Gefahren in der Eurozone für „Null und Nichtig“ erklärt. Die Gefahr fallender Preise und somit das Risiko einer Deflation seien offenbar gebannt, so Noyer.

Sabine Lautenschläger, EZB-Direktoriumsmitglied, äußerte sich bereits zum Wochenende über ähnliche „klare Anzeichen“ einer sich entspannenden Eurokrise. Weder der Einsatz des Anleihekaufprogramms OMT, noch die in Aussicht gestellten erweiterten Ankäufe von Staats- und Unternehmensanleihen durch die EZB seien für Lautenschläger derzeit zu erkennen. „Ich sehe Staatsanleihekäufe absolut nicht am Horizont“, so das EZB-Direktoriumsmitglied zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Nun legte Noyer auf einer Wirtschaftskonferenz in Aix-en Provence nach, wie tagesspiegel.de (Montag) berichtete. Es sehe so aus, als ob das Deflationsrisiko gebannt sei, obwohl die Teuerungsrate noch zu niedrig sei.

Im Juni 2014 betrug die Inflationsrate in der Eurozone lediglich 0,5 Prozent. Bis zum Wunschwert von 1,9 Prozent der EZB ist es noch ein weiter Weg. Die Anfang Juni erneut durchgeführte Lockerung der EZB-Geldpolitik muss erst seine Wirkung entfalten, sofern überhaupt ein Effekt im „unbekannten Neuland“ eintritt.

Gemäß der ausbleibenden Deflation sowie dem Verzicht auf den Kauf von Anliehen bliebe immer noch die „Kleinigkeit“ einer erhöhten Geldschwemme in abgewandelter Version. Immerhin „besserte“ EZB-Chef Mario Draghi die anfänglich anvisierten 400 Milliarden Euro Sonderkredit-Rahmen für die Geldhäuser noch einmal kräftig nach und plant inzwischen 1 Billion Euro „Billig-Kredite“ auf zwei Jahre ein.





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