Kein gutes Licht auf deutsche Banken nach Stresstest

Eurokrise-


Das Ergebnis des jüngsten Stresstests durch die Europäische Bankenaufsicht wirft kein gutes Licht auf die Kreditinstitute. Sehr schattig sind die Resultate für die deutschen Geldhäuser.

Aktienmärkte

Trotz schlechter Resultate zeigt Bankenaufsicht keine Bedenken

Deutsche Bank – Commerzbank – NordLB

Rund zehn Jahre nach dem Beginn der von den Banken ausgelösten Finanz- und Eurokrise ist es um diese Kredithäuser nach wie vor ziemlich schlecht bestellt. Am Freitag veröffentlichte die Europäische Bankenaufsicht (EBA) nach Börsenschluss die Resultate des vorangegangenen Banken-Stresstests. Demnach stehen deutsche und britische Banken auf ziemlich wackeligen Fundamenten.

Vor allem die Deutsche Bank sowie einige Landesbanken gehörten lt. EBA im internationalen Vergleich zu den Schlusslichtern. Weitere schlecht aufgestellte Banken sind demnach die Royal Bank of Scotland, Barclays Bank und die Lloyds Banking Gruppe.

Im Vergleich der deutschen Kreditinsitute jagte die NordLB jedoch der Deutschen Bank den letzten Platz ab. Nach der Krisensimulation bis 2020 schmolz die harte Kernkapitalquote der NordLB (Landesbank von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt) auf 7,07 Prozent ab. Die Deutsche Bank, das größte Kreditinstitut im Bundesgebiet, konnte nach dem Szenario nur noch eine Kernkapitalquote von 8,14 Prozent vorweisen. Der ohnehin schon mittels Steuergelder erheblich gestützten Commerzbank blieb am Ende eine Kernkapitalquote von 9,93 Prozent übrig.

„Alles nicht so schlimm“. Für Bundesbank-Vorstand und für die Bankenaufsicht zuständige Joachim Wuermeling sind diese Zahlen ein Nachweis, dass die deutschen Banken gegen eine schwere Wirtschaftskrise gewappnet seien.

Als wenn die Krise jemals vorbei gewesen wäre

Die nach dem simulierten Stress übrig gebliebenen harten Kernkapitalquoten werden als ausreichender Kapitalpuffer bezeichnet. Die Institute seien heute in einer besseren Verfassung als noch vor einigen Jahren.

Das manager magazin sieht die Banken Europas besser aufgestellt als „nach“ der Finanzkrise. Gerade so, als wenn die Krise zu einem Zeitpunkt „X“ beendet gewesen wäre und die seit Jahren laufenden „Sondermaßnahmen“ der Europäischen Zentralbank (EZB) lediglich Schönwetter-Geldpolitik darstellten. Mit ihrem Anleihekaufprogramm seit dem 9. März 2015 werden die EZB sowie ihre „Mittäter“, die nationalen Zentralbanken, bis Ende 2018 mehr als 2 Billionen Euro in die Märkte gepumpt haben. Zeitweise druckte die virtuelle EZB-Geldmaschine Monat für Monat 80 Milliarden Euro, welches schließlich irgendwo hingeflossen sein muss. Abzulesen ist diese Geldschwemme u.a. an den aufgeblasenen Börsen-Bewertungen. Vom Geldsegen der EZB profitierten Versicherungen, die Anleiheverkäufer und natürlich die Banken und deren Kernkapitalquoten. In den Monaten Oktober bis Dezember 2018 pumpt die EZB „nur“ noch 15 Milliarden Euro in die Märkte. Mit Beginn 2019 soll die „Sondermaßnahme“ Anleihekaufprogramm eingestellt werden. Der Süchtige wird auf Entzug gesetzt.


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