Kauf Bankensektor: Wird Zypern russisch?

Zypern-Krise-


Zypern treibt wie ein havarierter (Gas-) Tanker im Mittelmeer und die „Rettungsboote“ aus der EU und Russland versuchen in gegenseitiger Konkurrenz die Taue anzubringen, um das herrenlose Schiff unter die eigene Kontrolle zu bringen. Moskau liebäugelt offenbar mit dem zyprischen Bankensektor und Brüssel scheint das bereits angebrachte Tau kappen zu wollen.

Wird aus der Rettung eine reine „Leichenfledderei“?

Großinvestoren
Russische Investoren zeigen Interesse an Zyperns Banken

Das zynische Spiel um Zypern geht offenbar in eine neue heiße Phase über. Nachdem sich bereits der weltgrößte Fondsverwalter Pimco von einem großen Volumen Euro-Anleihen trennte und sich somit um einen ebenso großen Schritt von der Währungsgemeinschaft mangels Vertrauen entfernte, verschob die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Entscheidung darüber, ob Zyperns Banken überhaupt noch ein weiterer Notkredit gewährt werden solle. Falls nicht, gingen die Banken unverzögert in die Insolvenz und über einen Termin, an dem die Kredithäuser für ihre Kunden wieder geöffnet haben könnten, bräuchte gar nicht mehr spekuliert werden.

Offenbar spielt jedoch Zypern im Hintergrund ein „persönliches“ Spiel, wie der komplette Zusammenbruch bei gleichzeitiger Umschiffung des Diktats aus Brüssel umschifft werden könnte. Zyperns Präsident Nicos Anastasiades kündigte bereits an, „etwas“ in der Planung zu haben, was die Troika sowie die EU nicht erwarteten.

Die Verbindungen zwischen Zypern und Russland waren über zahlreiche Bankkonten russischer Kunden und deren Milliardenbeträge „indirekt“ eng verknüpft. Offenbar werden derzeit Verhandlungen zwischen Moskau und Nikosia geführt, die am Ende den Kauf des zyprischen Bankensektors zur Folge haben könnten. Die ersten Meldungen in den Medien spekulieren über die bereits erfolgte Zustimmung zum Kauf zweier großer Banken durch Russland. Ein Zusammenschluss von Investoren sei lt. Deutsche Wirtschafts Nachrichten (DWN) (Mittwoch) bereits an den Erwerb der Laiki-Bank und der Zyprischen Volksbank interessiert sein. Dabei soll die Gazprom-Bank eine große Rolle spielen.

Russland dürfte sich aufgrund des bereits laufenden Hilfskredits an Zypern in Höhe von 2,5 Milliarden Euro auch ein gewisses „Mitspracherecht“ nehmen wollen. Darüber hinaus steht wohl auch das reichliche Erdgas-Vorkommen in Zypern auf der Agenda der Verhandlungsgespräche.

Der Wettlauf um die Banken Zyperns hat begonnen

Sollten russische Unternehmen zumindest die größten Banken Zyperns vereinnahmen, hätte die Euro-Zone faktisch einen „Gast“ in seinen Reihen, der mit seinen mitgebrachten Rubel ein wenig „Farbe in die Einheitswährung“ brächte. Dass die Regierung eines Landes lediglich ein Plagiat des Zepters in den Händen hält und die Finanzwelt das Original aufbewahrt, ist keine Erfindung Russlands, sondern auch bereits in der gesamten EU ein Alltagsbild.

Ein Zypern mit russischen Bankeigentümern könnte auch für die EU-Kommission ein Horror-Szenario darstellen. EU-Kommissionspräsident Barroso will heute mit einer Delegation nach Moskau fliegen, um sich dort mit dem russischen Ministerpräsidenten Medwedew zu treffen. Durchaus vorstellbar, dass die EU-Kommission neben den „geplanten Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit“ auch darum bemüht ist, die Frage zu Zyperns Banken zu klären.

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