Kartell: Verbotene Preisabsprachen bei Kartoffeln?

Illegale Preisabsprachen-


Kartoffeln und Zwiebel. Wer an ein Kartell für illegale Preisabsprachen denkt, hat wohl eher Öl, Gas und Leitzinsen der Finanzindustrie im Sinn, als die Früchte des irdischen Untergrunds. Doch in Deutschland scheinen sich einige „Kartoffel-Betriebe“ rege ausgetauscht zu haben, um den Wochenpreis für Erdäpfel für Verbraucher und auch Landwirte auf einen einvernehmlichen Nenner zu bringen.

Kann Deutschland ein Kartoffel-Kartell vorzeigen?

Kartoffel-Kartell
Wurden Kartoffel-Preise durch Kartell manipuliert?

Die „High Society“ des internationalen Bankensektors teilt sich Libor und Euribor und das Gewerk der „einfachen Bauern und Landwirte“ teilen sich die Kartoffeln. „Was die können, können wir schon lange“ und was läge für Geschäfte im Untergrund näher als Erdäpfel und Zwiebeln?

„Tun sich drei Deutsche zusammen, gründen sie einen Verein“, sind es drei Betriebe für die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, gründen sie offenbar ein Kartoffel-Kartell. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtete von einer mutmaßlichen kriminellen Vereinigung der verarbeitenden Betriebe für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Diese hätten sich zusammen getan, um gemeinschaftlich die Preise für Kartoffeln und Zwiebeln zu bestimmen. Teilweise wären mit den Absprachen Gewinnspannen von bis Faktor Zehn erreicht worden.

Verbrauchern und Bauern sollen dabei ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe entstanden sein. Die BILD „legte noch was drauf“ und sprach von illegal erwirtschafteten Gewinnen in Milliardenhöhe.

Unterm Strich hätten Verbraucher einen völlig überzogenen Preis bezahlt, von dem lediglich die verarbeiteten Kartoffel-Betriebe profitierten. Umgekehrt wären die Bauern mit überteuerten Saat-Kartoffeln über den Tisch gezogen worden.

Die Ermittler des Bundeskartellamts schlugen inzwischen zu und durchsuchten insg. neun Betriebe aus der Branche Erzeugung und Vertrieb. Am Freitag bestätigte das Amt die laufenden Ermittlungen wegen verbotener Preisabsprachen.

Offenbar war das Prinzip der Kartoffel-Preisabsprachen sehr einfach gestrickt. Ein führender Kopf soll lt. den Aussagen eines Branchen-Insiders gegenüber der SZ seine „Kartell-Kollegen“ kontaktiert haben, um den Preis für die kommende Woche zu vereinbaren. Damit die Preisabsprache nicht auf den ersten Blick auffällt, einigte man sich auf Preisunterschiede um wenige Cent.


Ob die Aufdeckung des mutmaßlichen Kartells für nachlassende Preise bei Kartoffeln, Pommes und Püree sorgt, wird sich noch zeigen. Nicht vergessen darf, dass die Kategorie Lebensmittel seit Monaten der „Spitzenreiter“ der aktuellen Teuerungsraten ist. Eigentlich müsste auch der „dümmste Bauer wissen, dass seine größten Kartoffeln mehr wert sein sollten“.

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