Jubel um US-Konjunktur 2014 ignoriert den Schuldenberg

Konjunktur USA-


Die Wirtschaft der USA wird für das kommende Jahr 2014 hochgejubelt. Es “sieht besser aus als gedacht”. Die Experten und Analysten seien von der positiven Entwicklung in der US-Konjunktur völlig überrascht. Das billionenschwere und stets größer werdende Schuldenpaket scheint gar nicht mehr zu existieren.

Dollar

Überraschend “starke” US-Wirtschaft steigert Optimismus und senkt Risiken

1,6 Prozent Wachstum stehen 5 Prozent Schuldenzuwachs gegenüber

Als wenn es die weit über 17 Billionen Dollar Haushaltsschulden in den USA nicht gäbe. Die Existenz des historisch hohen und stets weiter anwachsenden Haushaltsdefizits wird zwar indirekt nicht geleugnet, aber dennoch bestenfalls als eine nicht nennenswerte Größe behandelt. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde “frohlockte” in höchsten Tönen die hervorragenden Aussichten der US-Konjunktur im kommenden Jahr 2014.

Die Wachstumsprognosen für die USA seien nun viel höher als zuvor und es werden auch viel mehr Sicherheiten gesehen. Der ausgebrochene Optimismus wurde von Lagarde lt. WirtschaftsWoche (WiWo) (Montag) durch den beigelegten Haushaltsstreit und den positiven Zahlen im Arbeitsmarkt begründet. Der angekündigte Schritt der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), das Anleihekaufprogramm um 10 Mrd. Dollar pro Monat zum Jahresanfang zu drosseln, räumte diverse Unsicherheitsfaktoren aus dem Weg.

Im Jahr 2003 betrug die Staatsverschuldung der USA gut 6,7 Billionen Dollar. Im Jahr 2008 wurde erstmals die 10-Billionen-Grenze überschritten und am Ende 2013 wird der Schuldenberg voraussichtlich auf rund 17.5 Billionen Dollar angewachsen sein. Über Jahre hinweg pumpte die FED jeden Monat 85 Milliarden Dollar in den US-Finanzmarkt. Gegenüber dem Schuldenstand ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA erreichte im Jahr 2012 knapp 15,7 Billionen Dollar. Die Schuldenquote im Verhältnis Staatsschulden und BIP beträgt bereits seit rund zwei Jahren mehr als 100 Prozent. Zum Jahresende voraussichtlich 108 Prozent.

Nach den Statuten der Eurozone – die ohnehin nur noch auf dem Papier bestehen – hätte sich die USA längst disqualifiziert und käme dem Stand des “Krisen-Mitglieds” Irland schon sehr nahe. Doch das alles scheint nicht von besonderer Bedeutung zu sein. Die von November auf Dezember um 0,3 Prozentpunkte gesunkene Arbeitslosenquote auf 7,0 Prozent bescheinigte der USA das Beschreiten des “nachhaltigen Wachstumspfades”, so Lagarde.

Die größte Wirtschaftsnation der Welt wird in diesem Jahr ein Wachstum von 1,6 Prozent vorweisen können. Im gleichen Zeitraum ist der Schuldenstand jedoch um rund 5 Prozent angewachsen (um ca. 848 Milliarden Dollar, bzw. um 70 Milliarden Dollar pro Monat). Wenn das kein Grund für Jubel ist.

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