Jörg Krämer sieht deutsche Wirtschaft im schleichenden Untergang

Euro-Krise – Deutschlands Zukunft-


Innerhalb der nächsten 10 Jahre wird Deutschland dank der Finanz-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Absturz kommen. Jörg Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank, sieht den lockeren Umgang mithilfe der „Bazooka“ als die kommende Ursache für eine fallende Wirtschaft in Deutschland.

Ein schleichender Untergang für die deutsche Wirtschaft

Schleichende Krise
Krämer sieht für Deutschland
schleichenden Niedergang

Jörg Krämer beschrieb das gewünschte Programm der EZB bereits mit seiner eigenen Wortwahl: „Italienische Währungsunion“. Der Chef-Ökonom der Commerzbank wies schon vor Wochen hin, dass der Einsatz der „Dicken Bertha“ für Staatsfinanzierungen zu einer hohen Inflation führen dürfte und die profitierenden Märkte dieses Risiko schlicht ignorieren werden.

Inzwischen sind die anfänglichen Spekulationen über die geplanten Anleiheaufkäufe durch die EZB bestätigt worden. Die Investoren begrüßen den Einsatz der „Bazooka“ Mario Draghis, Chef der EZB, ausdrücklich. Die Aktien sind nur kurz nach der EZB-Pressekonferenz am 06.09. nach oben geschnellt.

Dennoch geht der Chefökonom davon aus, dass die deutsche Wirtschaft nur kurzfristig von der Politik des lockeren Geldes profitieren wird, aber in absehbarer Zeit den Preis dafür zu zahlen hätte. Im Wall Street Journal.de (WSJ) (Montagsausgabe) wird Jörg Krämer anhand der aktuellen Veröffentlichung einer Commerzbank-Analyse zitiert, dass sich die „EZB-Politik für Deutschland zunächst gut anfühlen, später aber als nachteilig erweisen werde“.

Demnach ginge die EZB durch die hohe Verschuldung der Länder wie Spanien und Italien von einer „Störung des geldpolitischen Ziels“ aus, das für den gesamten Euro-Raum einen niedrigen Zinssatz sicherstellen wolle. Dem Ziel laufen die hohen Refinanzierungskosten der Schuldenländer entgegen, die Staatsanleihenkäufe sollen diese Entwicklungen kompensieren und wiederum niedrige Zinsen in Aussicht stellen. Krämer rechnet noch innerhalb des laufenden Jahrs mit weiter fallenden Zinssätzen.

Langfristig würde die „italienische Währungsunion die Qualität der Wirtschaftspolitik absenken“, warnte Krämer und sieht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen als gefährdet. An einem bestimmten Punkt wird die durch die Niedrigzins-Politik der EZB angeheizte deutsche Wirtschaft überhitzen und letztendlich abstürzen. Dies könnte in fünf, oder auch in zehn Jahren passieren, so der Chef-Ökonom.

Deutschland profitiere von den viel zu niedrigen EZB-Zinsen und könnte ein kräftiges Wirtschaftswachstum bereits ab Mitte nächsten Jahres erleben. Für Jörg Krämer hält sogar eine Arbeitslosenquote von weniger als 2 Millionen als möglich.

Eine weitere Folge wären steigende Löhne aufgrund der größeren Einflüsse durch die Gewerkschaften, gefolgt von angehobenen Rentenbezügen. Immobilienpreise würden in Ballungsgebieten anziehen. Krämer warnte lt. WJS eindrücklich, „die italienische Währungsunion wird sich für die Deutschen zunächst sehr gut anfühlen. Aber sie wird uns am Ende trotzdem teuer zu stehen kommen.“

Warum der Höhenflug der Wirtschaft abstürzen wird

Die derzeitigen Wettbewerbsvorteile basierten derzeit überwiegend auf die Agenda-Politik des ehem. Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD). Die lockere Geldpolitik der EZB würde die wirtschaftspolitische Qualität jedoch in einem schleichenden Prozess unterwandern. Krämer sieht den Boden, auf dem die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen scheinbar solide steht, langsam ausgehöhlt.

Bereits heute zeigten die Daten der Weltbank, dass Deutschland im EU-Vergleich nach wie vor eine hohe Standort-Qualität für kleine und mittelgroße Unternehmen vorweisen könne, aber die Position seit Beginn der Schuldenkrise die größten Rückgänge erleiden musste.

Krämer warnt besonders vor dem „schleichenden und unbemerkten Prozess“, weil die laxe Geldpolitik der EZB die Konjunktur künstlich anfache und die Unterwanderung verdecke. Der Chef-Ökonom geht sogar von der Möglichkeit aus, dass in einigen Jahren die Behauptungen aufgestellt werden würden, Mindestlöhne und starke Lohnanstiege würden die Beschäftigung fördern.

Erst wenn die deutsche Wirtschaft überhitzt ist und der anschließende Zusammenbruch zu Tage kommt, werden die Probleme sichtbar werden, so Jörg Krämer.

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