Japans Geldpolitik zeigt Differenzen im Euro-Rettungsteam auf

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Japans lockere Geldpolitik zeigt die extrem unterschiedlichen Ansichten zwischen Deutschland, Brüssel und dem IWF auf. Während die angekündigte Geldflut in Europa „verflucht“ wird, findet dagegen Lagarde sehr lobende Worte. Zusammen bilden deren Vertreter jedoch die Troika, unter die die Euro-Südländer zu leiden haben.

Japan will Geldmenge bis Ende 2014 verdoppeln

Devisen
Der Wettlauf um die Devisenkurse hat begonnen

Japans neuer Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda trat zumindest verbal in die Fußstapfen des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, und kündigte an, „alles zu unternehmen, was nötig ist“. Gemeint ist die Geldvermehrung, wenn es sein muss, dann eben „ohne Ende“. Das Motiv ist unterscheidet sich lediglich zwischen der Rettung von Banken (und auch Staaten) seitens der EZB und dem Beenden der seit Jahren andauernden lähmenden und destruktiven Deflation in Japan.

Der Plan, die Wirtschaft mit Geld massiv zu überfluten, wurde vergangenen Donnerstag als besiegelt erklärt. Das Ansetzen der „Brechstange“ für eine erzwungene Inflation um die 2% wurde bereits im Dezember 2012 unter anderem mit Sorge um einen Währungskrieg weltweit diskutiert. Von einer Überraschungsaktion Japans könne daher nicht gesprochen werden.

Besonders Deutschland und Brüssel übten deutliche Kritik an die Pläne Japans und brachten das Thema Währungskrieg durch gedrückte Devisenkurse auf den Tisch. Ein niedriger Kurs des Yen würde dem Land Wettbewerbsvorteile im Export einbringen und die anderen Industrienationen in Bedrängnis bringen. Nun kündigte die japanische Notenbank konkret an, bis Ende 2014 die Geldbasis auf den doppelten Wert bringen zu wollen. Durch den Kauf von Staatsanleihen und ggfs. auch an der Börse notierte Indexfonds sollen die Einlagen der Banken bei der Notenbank und das umlaufende Bargeld für eine Verdoppelung der Geldmenge sorgen.

Im Prinzip wurde Japan vor einem Schritt gewarnt, welches für die europäischen Südländer als theoretisches „Wirtschaftsheilmittel“ erklärt wird, um ihre Wettbewerbsfähigkeiten steigern zu können. Der Schritt einer Devisenabwertung ist aufgrund der starren Einheitswährung Euro jedoch nicht möglich.

Völlig anderer Ansicht ist die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde. In Peking begrüßte Sie den Weg Japans, den Kurs einer lockeren Geldpolitik eingeleitet zu haben. Es wäre ein willkommender Schritt, um die Weltwirtschaft wieder anzukurbeln.

„Ein bunter Haufen“ – Einigkeit je nach Tagesbedarf

Widersprüchlicher können die Ansichten nicht sein. Die sog. Troika, die auf die krisengeplagten Euro-Länder losgelassen wird, ist eine Zusammensetzung aus EZB, EU-Kommission und dem IWF. „Gemeinsam“ sorgen sie für die „richtigen Maßnahmen“, die von den hilfesuchenden Ländern einzuleiten sind, um in ein Hilfsprogramm des ESM aufgenommen zu werden. Darüber hinaus leidet u.a. Griechenland bis heute unter einer fatalen Fehleinschätzung des IWF, aber das ist ja „nur der Schnee von gestern“.

Dass Lagarde ihre lobende Worte für Japans Geldpolitik ausgerechnet in der Hauptstadt Chinas an die Öffentlichkeit brachte, spricht für eine andere „Qualität“.

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