Japan setzt auf gewünschten Anstieg der Inflation

Japankrise-


Japan ist in seiner Wirtschaftskrise längst in eine Zone hineingerutscht, vor der sich die Europäische Union fürchtet wie der Teufel vor das Weihwasser. Eine Deflation in der Wirtschaft. Wenn durch deflationäre Entwicklungen die Preise fallen, bricht das einem Staat irgendwann das Genick. Japan will nun die Brechstange ansetzen und eine 2%-ige Inflation bewirken.

Japanische Notenbank und die Vorgaben der Politik

Japan Deflation
Japanische Inflation nach Maß
Bild: Peter Kirchhoff / pixelio.de

Während in der Euro-Zone derzeit etwas „Friede, Freude, Weihnachten“ gefeiert wird, wurden in den USA die Verhandlungsgespräche zwischen den Republikanern und Demokraten gegen die Wand gefahren und im fernöstlichen Japan wird alles daran gesetzt, um das zu erreichen, wovor der Deutsche sich scheinbar am meisten fürchtet, eine gewollte Inflation. Die Wirtschaft in Übersee droht über die Fiskalklippe zu stürzen und Japans Wohlstandsmotoren erleiden eine Deflation, die nun die nationale Notenbank vor großen Herausforderungen stellt.

Japans Haushaltsschulden sind gigantisch, wenn nicht sogar „legendär“. Offensichtlich kann die finanzielle Lücke nicht einmal mehr mit einem raketenhaften Wirtschaftsaufschwung verkleinert werden und die deflationären Entwicklungen reißen die Löcher sogar noch weiter auf. Was bleibt ist die Einleitung einer gewünschten Inflation, um so eine Geldentwertung zu erreichen, die den Schuldenberg zum Abschmelzen bringt.

Das „Schreckgespenst aller Deutschen“, eine durchlaufende Gelddruckmaschine auf Hochtouren, scheint in den Augen des neuen japanischen Premier Shinzo Abe nur noch mehr die einzige Möglichkeit zu sein, um der Wirtschaft wieder etwas gefestigten Boden zu erschaffen. Als Ziel wurde die Inflations-Marke von 2 Prozent angepeilt.

Umstritten ist jedoch die scheinbar politische Gefolgschaft der japanischen Notenbank, die eigentlich eine Unabhängigkeit zu wahren hätte. Der japanische Notenbankchef Masaaki Shirakawa erklärte lt. Wall Street Journal (WSJ) (21.12.12), dass er auf die Forderungen des damals noch designierten Premiers Abe reagiere, um mit einer „aggressiveren Geldpolitik“ die Deflation zu bekämpfen.

„Altes wird als bewährtes Mittel angesehen“

Das (virtuelle) Anwerfen der Notenpresse ist inzwischen für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), der japanischen Zentralbank sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) zum erklärten Allheilmittel geworden. Zumindest steht die EZB größtenteils noch in der Bereitschaft, sollte aber das angekündigte Anleihenkauf-Programm angeworfen werden, kommt das einen Druck auf den Startknopf gleich. Die Schulden der Staatshaushalte werden „elegant“ weg inflationiert und das Guthaben auf den Sparkonten der Privatsparer fallen in die Kategorie Kollateralschaden.

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