Edelmetalle rücken in den Mittelpunkt – IWF warnt vor Golddeckung

Golddeckung –


Das Stichwort Gold rückt in letzter Zeit ziemlich oft in den Mittelpunkt der Medien und Institutionen. Offenbar ein „Zeichen der Zeit“, dass sich auf der einen Seite Notenbanken mit mehr physischem Gold eindecken, sondern nun auch der IWF vor der Rückkehr zu einem Goldstandard warnte. Dies sei schädlich für das Finanzsystem. Das stimmt allerdings.

Golddeckung

Eine mit Gold gedeckte Währung könnte ‚diesem‘ Finanzsystem tatsächlich schaden

Rückkehr zur goldgedeckten Währung soll wohl im Keim erstickt werden

Im Jahr 1871 wurde das Deutsche Reich gegründet und die Goldmark gleich dazu. Eine mit echtem Wert gedeckte Währung. Auf den Münzen stand nicht nur eine Einheitsgröße, sondern das Material selbst, Gold, stellte den Wert dar. Auch die Scheine waren noch echte Banknoten. Banken zahlten dem Überbringer einer Banknote die auf dem Schein notierte Menge an Gold bzw. Silber aus. Heute sind Münzen das Material nicht wert, welches sie durch Prägung repräsentieren sollen und Scheine ohnehin nicht. Diese stellen nur den Anschein eines Wertes dar und der große Rest ist nur Vertrauen und die gesetzliche Festlegung als Zahlungsmittel. Die mit Gold hinterlegte Mark stellte nicht nur den Kontrast zu anderen Währungen dar, sondern war auch ein Dorn derjenigen im Auge, die auf die ungedeckte und somit grenzenlose Geldvermehrung durch Kreditaufnahmen setzten und damit auch ein wirkungsvolles Instrument in der Hand hatten, über durch aus dem Nichts geschaffenen Gelder willfährige und leicht steuerbare Schuldner zu kreieren. Eine vorübergehende Rückkehr zum (Teil-) Goldstandard ist das Bretton-Woods-Abkommen. Dieses scheiterte jedoch daran, dass die Menge an Gold gar nicht beschafft werden konnte, um die sich immer weiter ausweitende Geldmenge zu decken. Die USA stiegen Anfang der 1970er Jahre einfach aus. Seither ist die Papier- und Giralgeldmenge schier explodiert.

Eine Golddeckung – die einzige wahre Währung gemäß des ehemaligen Fed-Chefs Alan Greenspan – wäre heute gar nicht mehr möglich, ohne vorab eine einschneidende Währungsreform durchzuführen. Alleine die von der deutschen Exportindustrie seit den 1970ern angehäuften Außenhandelsüberschüsse könnten selbst mit allem bisher aus der Erde geholtem Gold nicht aufgewogen werden. Das wirft natürlich auch die Frage auf, wo die Exportüberschüsse in welcher Form auch immer verblieben sind, insbesondere mit der Tatsache im Vordergrund, dass im Jahr 2016 anteilig über 80 Prozent der Überschüsse gen USA, Großbritannien und Frankreich gegangen sind.

IWF hat ein Problem mit goldgedeckten Währungen

Gold als echte Währungsdeckung würde einen Stabilitätsanker bilden, aber auch die grenzenlose (Giral-) Geldschöpfung unterbinden, setzte jedoch einen äußerst harten Schnitt voraus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat offensichtlich ein Problem mit der Vorstellung, wieder ein Goldstandard einzuführen. In einem aktuellen Positionspapier warnt der IWF vor Golddeckung, da dies als ein Krisenverstärker wirke, wie Welt (Mittwoch) berichtet. Damit die Warnung vor einer Golddeckung auch richtig „hinken“ kann, stellt der IWF-Ökonom Johannes Wiegand als warnendes Beispiel die massiven wirtschaftlichen Probleme nach 1871, eben nach der Einführung der Goldmarkt in den Vordergrund. Europa sei durch die Währungsdeckung mit Edelmetall in eine Deflation getrieben worden. Offenbar ist der IWF auch etwas besorgt über die zunehmende Goldeindeckung zahlreicher Notenbanken.

Die Sorge ist mit Sichtweise des IWF nachvollziehbar

Aus aktueller Lage und Sicht des IWF ist das „Risiko“ einer Golddeckung für die Finanzmärkte durchaus nachvollziehbar. Nicht nur, sich die Menschen mit dem wertstabilen Gold zuhause relativ schlecht schröpfen ließen, sondern weil mehr als 230 Billionen Dollar globale Schulden der Länder, Unternehmen und Privathaushalte nicht einfach so in Gold aufgewogen werden kann. Eine hemmungslose Geldvermehrung, den daraus folgenden notorischen Wachstumszwang und die Bereicherung durch Zinsen für Geld aus dem Nichts wären ein Ende bereitet. Damit endete auch die gewünschte Einflussnahme auf die Politiker als Vertreter hochverschuldeter Länder. Doch nicht das wertlose Geld aus Papier oder Bits & Bytes sind die Objekte der Begierden. Geld in welcher aktuellen Form auch immer ist lediglich ein Mittel, ein Instrument, um sich damit die wahren Werte unter den Nagel reißen zu können. Dies sind z.B. Rohstoffe, Nahrungsmittel und Wasser.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.