IWF Prognosen 2015: Korrektur und Warnung vor „Griechenlandkrise“

Konjunktur-


Der Internationale Währungsfonds (IWF) unternahm einen erneuten Anlauf für die Darstellung ihrer Sicht zur kommenden Konjunktur. Mit den neuesten Korrekturen der vorhergegangenen Prognosen floss gleich eine Warnung vor einer „möglichen Griechenlandkrise“ mit ein.

Kristallkugel

Die Wirtschaftsexperten des IWF sehen für Finanzmärkte enorme Risiken

Der IWF betätigte sich wieder einmal als Denker und Lenker

Die Konjunktur in der Eurozone werde in den kommenden Jahren nur langsam wachsen und die Regierungen der Mitgliedsländer seien dazu angehalten, das Wachstum durch mehr öffentliche Ausgabe zu beschleunigen. Im Jahr 2015 werde die Wirtschaft im Euroraum um 1,5 Prozent, im kommenden Jahr um 1,6 Prozent wachsen, so die jüngste Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Gegenüber dem vorherigen Jahr würde das Plus in der Wirtschaftsleistung im Jahr 2015 um 0,6 Prozentpunkte höher liegen.

Die zurückliegende Euro-Schuldenkrise hänge am Wirtschaftsraum der Währungsgemeinschaft wie eine am Bein angekettete Eisenkugel. Zahlreiche Euro-Staaten haben immer noch mit ihren hohen Schulden zu kämpfen und zahlreiche Unsicherheiten schreckten private Investoren ab.

Wirkliche Überraschungen blieben zu den Prognosen des IWF allerdings aus. Prognosen dienen der Darstellung vermeintlicher Tatsachen als Gründe für vermutlich eintreffende Ereignisse mit unbekannter Wahrscheinlichkeit. Dazu kommt der verdeckte Versuch, die Dinge in eine bestimmte Richtung laufen zu lassen. Olivier Blanchard, IWF-Chefökonom, brachte es auf den Punkt. „Eine griechische Krise kann nicht ausgeschlossen werden“, so der Chef-Wirtschaftswissenschaftler. Dieses Ereignis könne die Finanzmärkte erschüttern, fügte er warnend hinzu. Ganz so, als befände sich das „lediglich etwas angeschlagene Griechenland“ gerade auf der Kippe und drohe in schwierige Zeiten abzugleiten. Damit die Milliarden auch weiterhin von den anderen Mitgliedsländern über Griechenland kanalisiert und weitergeleitet werden, hängt der IWF die Warnung vor einem „Ereignis katastrophalen Ausmaßes“ vorsorglich gleich mit dran.

Den ewigen Eiertanz um ziemlich sinnlose Prognosen verdeutlicht der IWF gleich selbst am besten. Das Wachstum in der Eurozone werde u.a. durch aus Ausbleiben von privaten Investoren gebremst. Auf der anderen Seite bremse die Aussicht auf ein schwaches Wirtschaftswachstum die Investitionsbereitschaft.

Der Fonds stellte als Mitglied der Griechenland-Troika die Fähigkeit zu fulminanten Fehleinschätzungen zum griechischen Wachstum bereits mehrfach unter Beweis. Das Prognostizieren und Verbreiten von „rosigen Konjunktur-Aussichten“ beflügelte die Geldgeber zum fortgesetzten Milliarden-Transfer. Die gleiche Strategie könnte der IWF durchaus auch für das Durchbrechen des Teufelskreises aus verängstigten Investoren und Konjunkturschwäche anwenden, statt von latenten Gefahren für die Finanzmärkte zu schwadronieren.





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