IWF: Nächster Schuldenschnitt für Griechenland ist unvermeidlich

Griechenlandkrise-


Ein weiterer Schuldenschnitt für Griechenland darf nicht länger verzögert werden, so der Internationale Währungsfonds. Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Bundesregierung nach der Wahl im September ihre Meinung „schlagartig“ ändern wird, wächst jedoch an. Derzeit lehnt sie noch einen weiteren Schuldenerlass für die Hellenen ab.

Bundesregierung lehnt Schuldenerlass ab – noch!

Bankrottes Griechenland
Griechenland: Historisches mit aktueller Symbolik

Noch im Jahr 2013 soll für Griechenland ein weiterer Schuldenschnitt über die Bühne gehen. Das ist zumindest der ausdrückliche Wunsch des Internationalen Währungsfonds (IWF), der lt. dem Nachrichtenmagazin Spiegel den Druck auf die Mitgliedsländer des Euroraums erhöhte, um den vermeintlichen Schuldenerlass so schnell wie möglich umzusetzen.

Griechenland weist eine erneute Finanzierungslücke in Höhe von 4,6 Milliarden Euro auf. Der IWF dürfe finanzielle Hilfen nur dann in die Wege leiten, wenn die nächsten zwölf Monate gesichert seien. Derzeit wäre jedoch lt. dem IWF kein anderer Weg in Sicht die Lücke zu schließen, als der Schuldenerlass. Damit wäre bis spätestens Dezember der deutsche Bundestag gefragt, ob dem überschuldeten Griechenland ein weiterer Schuldenschnitt zugesprochen werden könne.

Immerhin wären die bisherigen Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm mit einem deutschen Anteil von mehr als 35 Milliarden Euro sowie die Gelder aus der Förderbank Kfw mit einem Volumen von 15 Milliarden Euro für bilaterale Kredite betroffen.

Künstliche Verzögerungen und echte Verlierer

Bisweilen lehnt die Bundesregierung einen weiteren Schuldenschnitt ab. Diese Einstellung könnte sich jedoch nach dem 22. September 2013 sehr schnell ändern. Noch vor der Bundestagswahl wolle man nur ungern zugeben, dass die bisherigen Mittel aus Steuergeldern mit Milliardenbeträgen buchstäblich verheizt worden sind. Offenbar versucht auch der IWF „gute Miene zum bösen Spiel“ zu machen. Zur derzeitigen katastrophalen Lage Griechenlands hat der Internationale Währungsfonds einen erheblichen Beitrag geleistet.

Die eigenen Fehlprognosen sind bereits zugegeben worden, jedoch wohl nur soviel, wie der
Öffentlichkeit „zugemutet“ werden kann.

Sichtlich ist die Frage, ob private Gläubiger und Investoren für einen weiteren Schuldenschnitt herhalten müssen, komplett vom Tisch. Diese hätten schließlich schon einmal bluten dürfen und dies könne man ihnen nicht noch einmal zumuten. Bereits im Herbst letzten Jahres wurde die These gefestigt, bei einem nächsten Schuldenschnitt Griechenlands die „öffentlichen Gläubiger“ heranzuziehen.

Immerhin hatte man Investoren mit der „Aktion Anleihen-Rückkauf“ und dem Einsatz von Steuergeldern der EU-Bürgern zu einem Milliarden-Geschenk verholfen. Diese Freude darf nicht getrübt werden.

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