IW zur Armutsgefährdung: „Kaufkraftarmut“ zeigt realen Wert

Armut & Einkommen-


Wer über wenig Einkommen verfügt, muss noch längst nicht „arm dran“ sein. Die Armutsgefährdung ist an die Einkommenshöhe gekoppelt. Die Einkommensarmut berücksichtigt aber keine Lebenshaltungskosten. IW Köln analysierte das bundesweite Preisniveau und definierte eine „Kaufkraftarmut“.

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Geringeres Einkommen als Bundes-Median aber in spottbilliger Gegend? „Nicht arm“

Landbewohner können sich mehr leisten als Stadt-Einwohner

Die Methoden wie bei einer „Kalenderbereinigung, Inflationsbereinigung oder Preisbereinigung“ scheint es bei der Ermittlung der Armutsgefährdung nicht zu geben. Doch um ein objektives Bild für die reale Armutsgefährdung zu gewinnen, müsste es lt. dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) eine Art „Regionalbereinigung“ geben. Werden die Lebenshaltungskosten der einzelnen Regionen berücksichtigt, so verringern sich auch die bisher festgestellten vermeintlichen Unterschiede.

Im Jahr 2012 wurde im Osten Deutschland eine höhere Armutsgefährdung als in den alten Bundesländern festgestellt. Beziehe man jedoch die unterschiedlichen Preisniveaus der Regionen mit ein, so glichen sich die Unterschiede aneinander an, so IW.

Armutsgefährdet ist in Deutschland eine Person dann, wenn das Einkommen höchstens 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) erreicht. Die Preisunterschiede zwischen den Regionen Deutschlands bleiben aber unberücksichtigt.

Dem Münchner Alleinstehenden mit monatlichen Ausgaben von 1.030 Euro steht ein Durchschnittsbürger gegenüber, der für den gleichen Aufwand lediglich 870 Euro mtl. aufbringen muss. In diesem Fall stellt der durchschnittliche Bürger auch die Grenze zur Einkommensarmut dar.

Das IW wandelte nun die Einkommensarmut in eine „Kaufkraftarmut“ um, in dem auch das Preisniveau einer Region berücksichtigt wird. So kommt das Institut zum Ergebnis, dass der Unterschied zwischen Ost und West „real“ geringer ist als die „nominal“ festgestellte Differenz.

Im Gegenzug stellten die IW-Ökonomen Christoph Schröder und Klaus-Heiner Röhl ein stärker ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle als bisher vermutet fest. So seien die Bewohner ländlicher Regionen nur zu knapp 14 Prozent kaufkraftarm, während die Bevölkerung in den Städten eine durchschnittliche Kaufkraftarmut von 22 Prozent aufweise. Das Gefälle habe zwischen den Jahren 2006 und 2012 deutlich zugenommen.

Demnach weisen die Region Dillingen an der Donau, Donau-Ries, Augsburg und Aichach-Friedberg eine Einkommensarmut von lediglich 8,6 Prozent und eine Kaufkraftarmut von 8,3 Prozent auf. Das Schlusslicht bildet Köln mit 20,4 Prozent Einkommensarmut und 26,4 Prozent Kaufkraftarmut.





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