IW: Ungleichheit bremst Wirtschaftswachstum nicht aus

Konjunktur-


Die angewachsene Ungleichheit in der Vermögensverteilung in der Bundesrepublik habe lt IW Köln nichts mit einem ausgebremsten Wirtschaftswachstum zu tun. In reichen Industrieländern wirke sich das Ungleichgewicht eher noch positiv aus.

Wirtschaftshemmnis gilt nur für Länder mit niedrigem BIP

Obdachlose
Ungleiche Vermögensverteilung sei positiv

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellte nach einer Studie die These auf, dass eine zunehmende Ungleichheit in der Vermögensverteilung das Wirtschaftswachstum ausbremse. Dieses Ergebnis werde bei den Diskussionen um die Verteilung gerne vorgetragen, aber dieser Befund sei für die Bundesrepublik nicht richtig, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Das Wachstum könne durch die Ungleichheit negativ beeinflusst werden, aber nicht generell. In Volkswirtschaften mit einem niedrigen Bruttoinlandsprodukt (BIP) könne die OECD-Studie jedoch zutreffen. Die Schätzungen zeigten als Orientierungswert ein BIP von 9.000 US-Dollar pro Kopf. Das Gesellschaftssystem dieser Länder sei eher instabil und ärmere Bevölkerungsgruppen seien meist von der Bildung ausgeschlossen.

„Für Deutschland ist Ungleichheit eher positiv“

Der Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wachstum ist in Industrienationen wie Deutschland eher positiv, falls überhaupt nachweisbar, so das IW. Ungleichheit steigerten die Anreize für Unternehmertum und Innovation. Das gelte jedoch nur, solange die Ungleichheit nicht zu stark ansteigt. Eine wahrscheinliche Hemmung des Wirtschaftswachstums tritt ab einem Gini-Koeffizienten von rund 0,35 ein. Derzeit liege in der Bundesrepublik der Gini-Koeffizient bei 0,29 und deshalb noch weit unter dem Schwellenwert.

Eine merkliche Zunahme der Ungleichheit fand lediglich in den Jahren 2000 bis 2005 statt. Zu diesem Zeitpunkt zeigte auch die Wirtschaft Schwächen.

Zur Erklärung des langsamen Wirtschaftswachstums sei die Ungleichheit untauglich, da sie im Vorfeld, nicht aber parallel anstieg. Darüber hinaus führte eine Ungleichheit keineswegs zu einer immer mehr verunsicherten Gesellschaft. „Zu kaum einem Zeitpunkt waren die Sorgen um die allgemeine und eigene wirtschaftliche Situation geringer als heute“, so das Kölner Institut.


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