IW Köln bestätigt BIZ-Warnungen vor Risiken der EZB-Geldpolitik

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Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wies bereits darauf hin und IW Köln kann es nur bestätigen. Auf der Schattenseite der EZB-Geldpolitik drohen Zombie-Banken heranzuwachsen, Geldhäuser voll „fauler Kredite“ und gelähmt durch die Fülle des verfügbaren Kapitals.

EZB

Die Europäische Zentralbank verhindert nicht den Müßiggang der Banken

EZB-Geldschwemme macht Banken „fett und träge“

Mit der Niedrigzinspolitik hat die Europäische Zentralbank (EZB) ohne Zweifel vieles bewirkt. Doch jedes ausgesendete Licht hinterlässt auch irgendwo seine Schatten, in denen sich die „finsteren Gestalten“ der Finanzbranche besonders gerne aufhalten.

Das niedrige Zinsniveau in der Eurozone sorgt für eine Flutung der Finanzmärkte mit frisches und vor allem billiges Kapital. Nutznießer sind die Banken und damit wurde das erklärte Ziel der EZB-Geldpolitik auch erreicht. Die Geldhäuser decken sich mit Billig-Geld ein und reduzieren die Risiken eines Liquiditätsengpasses. Die Eigenkapitalausstattung der Banken ist deutlich angehoben worden.

Auf die Schattenseite dieser EZB-Geldschwemme wies bereits die „Zentralbank aller Zentralbanken“, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), mit warnenden Worten hin. Nach wie vor seien die Risiken im Bankensektor sehr hoch.

„Überfluss macht träge“. Die Niedrigzinsen verleiteten die Banken zu einer „zu entspannten Motivation“, die internen Bilanzen in Ordnung zu bringen, so die Warnung der BIZ. Es gebe noch immer eine große Anzahl von Geldhäusern mit einer zu niedrigen Ertragsquote. Darüber hinaus lagerten in den Kellern der Banken noch riesige Bestände notleidender Kredite, also deren Rückzahlung durch die Kreditnehmer nicht mehr sicher gestellt sind. Der Abbau dieser faulen Kredite schreite zu langsam voran.

Faule Kredite auf nur wenige große Banken verteilt

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) bestätigt die Warnungen der BIZ und wies auf ein großes Ungleichgewicht in der Risikoverteilung im Bankensektor hin. Lt. dem IW-Bankenmonitor konzentrierte sich ein Großteil der notleidenden Kredite auf nur eine geringe Anzahl von Banken. Demnach lagerten im ersten Quartal 2014 beinahe zwei Drittel der notleidenden Kredite in „den Kellern“ von nur einem Viertel aller untersuchten Geldhäuser. Ein sehr großes Problem sei die Größe der betroffenen Banken. Deren Schieflage sei imstande, das Finanzsystem in Europa zu destabilisieren.

Die EZB habe mit ihrer Liquiditäts- und Zinspolitik maßgeblich zur Abtragung der Anreize zur Bilanzierung beigetragen. Aus diesem Grund ginge der Abbau der Bestände notleidender Kredite nur schleppend voran. Ein Grund in der derzeitigen Niedrigzinspolitik eine Kehrtwende einzulegen, um aus dem Niedrigzinsumfeld auszusteigen, so das IW. Der Druck auf die Banken müsse erhöht werden, damit die Bilanzen „endlich konsequent“ bereinigt werden.

Die „finsteren Gestalten“ auf der Schattenseite der EZB-Geldpolitik bestehen aus Zombie-Banken. Die Eurozone laufe lt. IW-Bankenmonitor derzeit Gefahr, derlei Zombie-Banken zu züchten und damit den Erholungsprozess der Volkswirtschaften der Krisenländer zu lähmen.





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