IW Köln: Folgen des Mindestlohns seien noch kaum abschätzbar

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Für eine Bestandsaufnahme der Folgen des im Januar eingeführten Mindestlohns sei es noch zu früh. IW Köln kritisiert die These des DGB, die derzeit gute Arbeitsmarktlage in Deutschland sei ein Beleg für die Unschädlichkeit der Mindestlohnregelung.

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Noch keine Einigung über die Einflüsse des Mindestlohns auf den Arbeitsmarkt

Möglicher Schaden durch Mindestlohn werde noch überkompensiert

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zog eine erste Bilanz zu den Folgen des Mindestlohns für den Deutschen Arbeitsmarkt. „Zu früh“, so das Institut für deutsche Wirtschaft Köln (IW).

Die Einführung des Mindestlohns habe der „blendenden Verfassung“ des Arbeitsmarktes bisher nichts anhaben können. Ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit sei bei den am stärksten betroffenen Branchen und bei den Stellen für Geringqualifizierten ausgeblieben. Die Beschäftigtenzahl im Gastgewerbe nahm sogar um 6 Prozent zu. Aber diese Entwicklungen als einen Beleg für die Unschädlichkeit des Mindestlohns zu sehen, sei untauglich.

Der Stellenabbau sei das von den Unternehmen letzte angewandte Mittel. Vorab versuchten die Betriebe, die angestiegenen Lohnkosten über die Anhebung der Preis zu kompensieren. Stellte sich heraus, dass dieses Mittel zu einer Reduzierung der Nachfrage führte, gerieten auch die Arbeitsplätze in Gefahr. Die möglichen negativen Auswirkungen des Mindestlohns werden darüber hinaus von der „allgemein guten Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung“ überkompensiert, argumentiert das IW.

Bei den Minijobs stellte sich allerdings ein negativer Effekt ein. Die Anzahl der im Juni 2015 geringfügig Beschäftigten ging gegenüber dem Vorjahresmonat um ca. 200.000 Personen zurück. Es gebe keine Hinweise, dass die Jobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt wurden.





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