IW fordert: Zinsen im Euroraum müssen wieder hoch

Bankenkrise-


Die Zinsen im Euroraum müssen wieder hoch. IW Köln sieht die aktuelle Situation im Kreditmarkt in einem Teufelskreis. Weitere Zinssenkungen würden die Wirtschaft nicht beleben, sondern noch weiter belasten.

Kreditvergabe mäßig aufgrund der niedrigen Zinsen

Euro Untergang
Der Bankensektor steckt in der Klemme

Die Entscheidung des EZB-Rats im Juli 2016, die Zinsen auf dem bisherigen Niveau zu belassen, stößt beim Institut für deutsche Wirtschaft Köln (IW) auf Kritik. Es werde nun Zeit, die Zinswende einzuleiten, da die Niedrigzinsen bisher nicht zu einer Erholung der Wirtschaft im Euroraum führten, sondern die Gewinne der Banken drücken, so der IW.

Vor allem mittelständischen Unternehmen können höhere Zinswerte zugute kommen.

Die Inflationrate liege nach wie vor weit unter dem Zielwert und die Kreditvergabe der Banken im Euroraum verlaufe immer noch schleppend. Die Erfolge einer belebten Wirtschaft durch negative Zinsen und den Käufen von Wertpapieren seien nur mäßig. Zinssenkungen beleben die Wirtschaft nicht mehr. Das Gegenteil sei der Fall. Nun brauche es für die Ankurbelung der Wirtschaft höhere Zinsen, so das Institut.

Die Kreditinstitute stehen vor den Herausforderungen der regulatorischen Anforderungen und müssen ihre Eigenkapitalquoten erfüllen. Dies resultiere in die Zurückhaltung bei der Kreditvergabe. Durch die Herausgabe von Aktien oder dem Einbehalten von Gewinnen können Banken die Vorgaben einhalten. Das gelte aber nur für „normale Zeiten“. Derzeit befinden sich die Bankaktien im Keller. Auf diesem Wege seien die Banken nicht in der Lage, das notwendige Kapital anzusammeln.

Negativzinsen führten genau zum Gegenteil dessen, was sie eigentlich bewirken sollen. Banken seien nun dazu gezwungen, in Staatspapiere mit negativen Renditen zu investieren, statt Kredite für sinnvolle Investitionen zu vergeben. Kreditinstitute ziehen den Erwerb von Staatsanleihen ohne benötigtes Eigenkapital dem Parken des Kapitals bei der EZB für -0,4 Prozent Zinsen vor. Die Renditen für Staatsanleihen fallen weniger negativ aus.

Das Ergebnis ist ein Teufelskreis: Die hohe Nachfrage nach Staatsanleihen senkt deren Renditen weiter, dies mindert die Zinseinnahmen der Banken weiter, erschwert deren Eigenkapitalaufbau, dies belastet die Kreditvergabe zusätzlich und lässt die Nachfrage nach Staatsanleihen weiter in die Höhe schnellen“, so das IW.

Die Banken könnten ihr Eigenkapital leichter aufbauen wenn die EZB die Zinsen anheben würde. Dadurch entspannte sich auch der Kreditmarkt. Besonders kleine und mittelständische Betriebe würden vor der beförderten Langfristkreditvergabe profitieren.


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