Italiens Wirtschaft und Bankensektor führen Eurozone in erweiterte Krise

Eurokrise-


Die dramatisch schlechte Entwicklung rund um Italiens Wirtschaft und Bankensektor spitzt sich zu. Die Schuldenquote des Landes wächst ebenso wie die Arbeitslosigkeit stark an. Die Kreditinstitute wissen nicht wohin mit ihren faulen Papieren. Eine „Rettung“ des Landes nach dem Modell Griechenland wird aber nicht gelingen können.

Italien könnte Euro-Zone an den Rand ihrer Existenz bringen

Rettungsprogramme
Scheitern des Euro-Modells wird mit
Italien immer wahrscheinlicher

Italien wächst als nächster „Problemfall“ in der EU und in der Eurozone hervor. Während Griechenland mit seiner Wirtschaftsgröße eigentlich noch relativ einfach zu stemmen war, ist Italien dagegen ein Schwergewicht. Den Preis für die „Rettung“ Griechenlands zahlt in erster Linie die griechische Bevölkerung, gefolgt von der eher unfreiwilligen Beteiligung der Steuerzahler innerhalb der EU. Im Zuge der zwangsauferlegten Kredite an Griechenland wurden EZB-Mandat für die Stützung des Landes extrem ausgedehnt, der ESM-Zwecke für die Banken-Rettung erweitert und das Tafelsilber zum Ausverkauf Preis gegeben.

Ob es bei Italien jemals so weit kommen könnte, darf bezweifelt werden, denn eher wird es sämtliche eingerichteten „Rettungsmechanismen“ hoffnungslos zerreißen.

Das Modell der gemeinsamen Währung zeigt mit Italien abermals die vollständige Fehlkonstruktion. Wirtschaftliche Schwächen können mit einer entsprechenden Anpassung der nationalen Währung gegenüber internationalen Währungen nicht kompensiert werden. Dafür erheben so manche namhafte Ökonomen mit Regelmäßigkeit den mahnenden Finger und weisen auf einen Mangel der Wettbewerbsfähigkeit aufgrund zu hoher Lohn- und Produktionskosten hin. Das gelte auch für Italien. Internationale Handelsbeziehungen waren schon immer auf eine konkurrierende Basis gestellt. Wird die Industrie eines Landes als zu teuer bezeichnet, könnte auf der anderen Seite allerdings ein viel zu billiges Land die Suppe versalzen. Das Lohndumpingmodell der Bundesrepublik bringt bereits ein konkretes Beispiel dafür.

Italiens Wirtschaft schlittert abwärts. Die Arbeitslosenzahlen haben die Schwelle zur kritischen Lage längst überschritten. Der stets mit „viel Vertrauen“ umworbene Finanzmarkt wird zusehends nervöser, vor allem nachdem der desaströse Zustand der italienischen Banken immer augenscheinlicher wird. Es habe nun eine regelrechte Kapitalflucht aus Italien eingesetzt. Italienische Anleihen werden fallen gelassen wie heiße Kartoffeln. Ein sehr schlechtes Signal.

Griechenlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2015 rund 195 Milliarden US-Dollar. Italiens BIP erreichte im letzten Jahr 1.815 Milliarden US-Dollar und somit um gut Faktor 9 höher als Griechenland. Müsste Italien in der Verhältnismäßigkeit die gleiche Unterstützung benötigen wie Athen, wäre der Rahmen des ESM um ein Vielfaches gesprengt.

Eine „Rettung“ Italiens würde nicht gelingen können.


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