Italiens Wähler: Brandstifter aufflammender Eurokrise?

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Die verbal als beendet erklärte Eurokrise droht wieder in voller Brunst zu entflammen und bevor die ersten „Brandopfer“ zu beklagen sind, wurde der Brandstifter bereits identifiziert. Es sind offenbar die Wähler Italiens, die durch ihre Entscheidung zum Parlament die „pyromanischen“ Neigungen offen legten.

„Die alten Römer bringen wieder Unheil über Europa“

Euro-Zukunft
Italiens Wähler als Brandstifter zur Eurokrise

Das Beispiel Griechenland dient offenbar als Vorlage für Italien. Das Schulden- und Finanzkrisen-Dilemma scheint primär nicht aufgrund kurzsichtiger und auch unverantwortlicher Haushaltsführung hervorgerufen worden zu sein, sondern durch das „törichte“ Verhalten der Wähler.

Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man den Worten des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) unkritisch Folge leisten würde. Einerseits hält er seit gestern eine für beendet erklärte Euro-Krise als zu früh, aber auf der anderen Seite kann sich der Politiker mit einem scheinbar lückenhaften Gedächtnis offenbar nicht mehr daran erinnern, dass er zumindest das „Schlimmste“ in der Euro-Krise als bereits überwunden erklärte.

Zumindest schloss sich der Finanzminister nie den Mutmaßungen einer „vollständig beendeten Eurokrise“ an, die zuletzt noch am 24. Februar
bekräftigt worden sind.

Italien könnte Eurokrise wieder aufflammen lassen
Die Wähler in Italien haben – undiplomatisch ausgedrückt – puren Mist gebaut. So in etwa könnten die Vorwürfe der europäischen Ebene sowie die der Märkte interpretiert werden. Eine wenn überhaupt nur sehr zäh handlungsfähige Regierung in Rom, die ohne hin deutlich mehr Euro-feindliche Tendenzen vorweist, als die Bereitschaft die von Mario Monti eingeleiteten „Zwangs- “ Sparmaßnahmen einfach fortzusetzen.

Aufgeschreckte Märkte brüskieren die die „Macher“ in Brüssel und die Wähler in Italien haben wie auch schon zuvor in Griechenland die Schuld. Politische Ungewissheiten würden wieder Marktverwerfungen hervorrufen und aus Italien könne sich aufgrund der „Ansteckungsgefahr“ wieder eine neue Euro-Krise entwickeln. Schäuble erklärte der Nachrichtenagentur Reuters, „dies haben wir letztes Jahr gesehen, als die Wahlen in Griechenland zu politischer Ungewissheit führten. Andere Länder werden dann angesteckt“.

Mit heftigen Kursrutschen an den Börsen haben die Märkte unmittelbar nach der Parlamentswahl in Italien erst gar nicht die entsetzten Ausrufe der Euro-Politiker abgewartet, sondern ohne Verzögerung reagiert. Italien steuert derzeit auf den Kurs der Aussichtslosigkeit zu. Die Zinsen für die 10-jährigen Anleihen stiegen sprunghaft an und für Rom wird es sichtlich schwerer, sich noch Kapital mit tragbaren Konditionen von den Märkten zu beschaffen. „Es riecht bereits nach Schuldenschnitt, ganz dem Beispiel Griechenlands“.

Ohne die Wähler gäbe es keine Euro-Krise mehr

Hätte der Wähler richtig entschieden, würden ihm und den anderen Bewohnern innerhalb der Euro-Zone die nun zu erwartenden Probleme erspart geblieben. Andernfalls wäre es „rund gelaufen wie frisch geschmiert“, denn die Krise war schließlich beendet.

So könnte die Botschaft verstanden werden, während die nackten Tatsachen von steigenden Arbeitslosenquoten, dauerhafte Rezession, trotz Sparmaßnahmen noch steigende Haushaltsschulden sowie das durch Steuergelder finanzierte Abfangen kippender Banken, offenbar vollständig ausgeblendet werden.

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