Italiens neuer Rekord-Billigkredit – Grund zum Jubeln?

Italiens Konjunktur-


Italien freut sich über die erfolgreiche Auktion von Staatspapieren zu einem neuen Rekord-Niedrigzins von 0,5%. Die Beschaffungen des billigen Kredites ist jedoch mit der Aufnahme erneuter Schulden bei einer Schuldenquote von rund 127% des BIP zum Ende 2012 begleitet.

Auch der billigste Kredit bedeutet Neuverschuldung

Italien Anleihen
Italien erhält neuen Billig-Kredit

Zu einem Zinssatz von 0,5% konnte das „kriselnde“ und noch annähernd politisch führungslose Euro-Mitgliedsland Italien von Investoren Frischgeld in Form neuer Kredite besorgen. Nachdem der Zins für italienische Papiere noch im vergangenen März bei 0,83 Prozent lag, meldete die italienische Schuldenagentur nach der Auktion am Freitag einen neu unterbotenen Niedrigzins-Rekord. Italiens Regierung konnte mit dem Erlös der Staatspapiere mit 6-monatiger Laufzeit 8 Milliarden Euro einfahren.

Die Bereitschaft, Geld für den historisch niedrigen Zinssatz zu verleihen, wurde lt. tagesschau.de mehrheitlich der von Reuters befragten Ökonomen durch die hohe Wahrscheinlichkeit einer Leitzinssenkung von derzeit 0,75 auf 0,5 Prozent durch die Europäische Zentralbank (EZB) begründet.

Am kommenden Donnerstag will der EZB-Rat über den Hauptrefinanzierungszins entscheiden. Auf der anderen Seite warnte jedoch EZB-Direktor Jörg Asmussen vor zu niedrig angesetzten Leitzinsen. Diese können zu „Verwerfungen führen“ und die Kosten der niedrigen Leitzinsen wären real. Asmussen hält die Wirkung einer weiteren Leitzinsabsenkung für „begrenzt“.

Ist billiger Kredit für Italien ein Grund für Jubel?

In erster Linie bleibt die Kreditaufnahme, so billig wie diese auch erscheinen mag, eine reine Neuverschuldung. Italiens Verschuldungsquote zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug lt. Meldung der Europäischen Statistikbehörde (Eurostat) zum Ende 2012 satte 127%. Das Defizit Italiens betrug 2012 -3,0% und lag damit gerade noch auf der Maastrichter „Linie“. Dennoch haben neue Schulden ganz und gar nichts mit der Reduzierung des öffentlichen Schuldenstands zu tun und schon gar nichts mit irgendeiner Sparpolitik.

Die Verlockung billiger Kredite bei gleichzeitiger Abkehr von den angeblichen Sparmaßnahmen scheint zu groß zu sein, um den beschwerlichen Weg wirksamer Reformen eingehen zu wollen. Die klaren Anzeichen einer in der Euro-Zone vorhandenen Schein-Austerität bestätigten bereits die Neuverschuldung (Euro-Länder) in Höhe von 3,7% sowie die Verschuldungsquote von 90,6% (+3,3% gegenüber 2011).

Der „Jubel“ über Italiens Billig-Kredit darf gerne mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen werden.

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