Italiens Kapitalabflüsse holen Griechenlands Geldflucht locker ein

Eurokrise-


Die massiven Kapitalabflüsse aus Griechenland könnten vom abfließenden Geldstrom aus Italien locker eingeholt werden. Alleine im März verließen rund 27 Milliarden Euro das Land Italien. Antrieb und Flussrichtung sind jedoch unbekannt.

Euro Untergang

EZB-Geldpolitik sorgt im Euroraum für sehr dynamische Geldflüsse in Süd-Nord-Richtung

Massiver Geldfluss aus Italien mit unbekanntem Ziel

Das Kapital scheint sich im Süden Europas ganz und gar nicht mehr wohl zu fühlen. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldflutungs- und Zins-Maßnahmen zum Wohle der krisengeschüttelten Euro-Südländer einleitete, erhielt das Geld vor allem in Griechenland und Italien eine ungewohnte Dynamik.

Die massive Kapitalflucht aus Griechenland erhielt den größten Auftrieb, als die Wahl der neuen Regierung unter Alexis Tsipras in der Schuldenfrage für neue und vor allem unbekannte Verhältnisse sorgte. Im März suchten in Griechenland rund 3 Mrd. Euro das Weite und der Betrag der seit Dezember 2014 gesunkenen Bankeinlagen erhöhte sich auf 27 Milliarden Euro. Zwischenzeitlich stockte die EZB den Notkredit-Rahmen (ELA) um 700 Millionen Euro auf.

Weniger beachtet, aber dafür weitaus massiver scheint der Strom des flüchtenden Kapitals aus Italien zu sein. Die Summe von 27 Milliarden geflüchteten Euro, die aus Griechenland mehrere Monate benötigte, floss aus Italien in nur einem Monat ab. Im März sind aus Italien netto 27 Mrd. Euro abgeflossen, so das Münchner ifo-Institut mit Berufung auf die von der italienischen Notenbank (Banca d’Italia) veröffentlichten Daten.

Welche Ursprünge die Milliardensummen hatten und vor allem welche Wege die Milliardensumme einschlugen, scheint nicht klar zu sein. ifo-Chef Hans-Werner Sinn vermutet hinter dieser Kapitalbewegung die Möglichkeit von durch italienische Banken durchgeführte spekulative Auslandsüberweisungen. Das von der EZB im Rahmen des QE-Programms erhaltene Kapital für veräußerte Wertpapiere könnte auch außerhalb Italiens angelegt worden sein.

Dieser Prozess sei schon seit August 2014 zu beobachten, der zu diesem Zeitpunkt „in Erwartung des QE-Programms“ einsetzte.





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