„IS extreme Bedrohung für USA“ – Warum diese Überraschung?

Nahost Krise-


Der Miliz der islamistisch radikalen IS ist offenbar sehr schwer beizukommen. Sie sei eine extreme Bedrohung für die USA, so der scheinbar vollkommen überraschte US-Verteidigungsminister.

Militäreinsatz

USA scheint von Stärke der IS überrascht – Haben Geheimdienste gepennt?

„Extreme Bedrohung für die USA“ – Zu Land, zu Wasser, zu Luft?

Im Nahen Osten tobt der Krieg zwischen den regulären Truppen des Iraks, den Kurden, neuerdings auch die extreme Gruppe der PKK sowie den offenbar sehr überraschend aufgetauchten Milizen des Islamischen Staats (IS). Die USA starteten zur Unterstützung des Iraks bereits Luftangriffe gegen die IS. Der Einsatz von US-Bodentruppen wurde inzwischen in Erwägung gezogen.

Die Bedrohung durch die IS scheint groß und die Versuche, das Vorrücken der islamischen Radikalen zu stoppen, scheinen mit großen Schwierigkeiten verbunden zu sein. Mit der IS handelt es sich offensichtlich nicht um einen „zusammen geworfenen bunten Haufen“ aus radikalen Islamisten, sondern um eine durch und durch organisierte und umfangreich finanzierte Einheit.

Der US-Verteidiungsminister Chuck Hagel hält die Miliz Islamischer Staat für weit mehr als eine Terrorgruppe. Auf einer Pressekonferenz in Washington räumte Hagel ein, dass die militärische Stärke der IS „jenseits von allem, was wir kennen“ sei, wie tagesschau.de (Freitag) berichtete. Die IS sei eine „extreme Bedrohung für die USA“, so Hagel.

Die US-Luftwaffe leiste derzeit nur Unterstützung über irakischem Gebiet, aber angesichts der Lage sei es womöglich notwendig, die US-Angriffe auf das benachbarte Syrien auszuweiten, so die Einschätzung des US-Generalstabschefs Martin Demspey.

Aus dem einst von den USA als Feind erklärten syrischen Präsidenten Baschar al Assad könnte sehr schnell ein enger Verbündeter werden. Die Kehrtwende dürfte mit einer einzigen Erklärung der Pressestelle in Washington vollzogen sein. Die US-Regierung zeigte sich bisher schon stets flexibel im Umgang mit „Freund und Feind“, deren Kategorisierung und dem fliegenden Wechsel nach akutem Bedarf.

Warum die große Überraschung seitens der US-Regierung?

Die IS ist nicht einfach so als neues Phänomen vom Himmel gefallen, sondern findet seine Wurzeln in einer im Jahr 2003 gegründeten Organisation wieder, die als Widerstandskämpfer gegen den US-Angriff im Irak gerichtet war. Unterstützung soll die heutige IS vor allem aus Katar und Saudi-Arabien erhalten und letzterer zählt nach wie vor zu den engeren Verbündeten der USA. Das Überdenken der Beziehungen zum „Öl-Paradies“ und Waffen-Interessenten Saudi-Arabien wurde von Washington (auch Berlin) noch nie ernsthaft in Erwägung gezogen.

Folgte man den Worten des US-Verteidigungsministers, scheint Washington nach bereits erfolgten Feldzügen gegen die IS von ihrer Schlagkraft völlig überrascht zu sein. Man habe es noch nie mit einer solchen militärischen Stärke einer Terrorgruppe zu tun gehabt, so der „überraschte“ Hagel.

Eine seit 2003 bekannte Terrortruppe kann sich über zehn Jahre hinweg, von den US-Geheimdiensten CIA und NSA völlig unbemerkt, umfangreich finanzieren und ausstatten lassen, um dann aus heiterem Himmel zuzuschlagen? Groß angelegte Waffenlieferungen, gestellte Militärfahrzeuge, durchgeführte Ausbildungen und internationale Geldtransfers in großen Mengen konnten vollständig im Geheimen gehalten werden, ausgerechnet in einer Region, in der sich die US-Streitkräfte mit dem Irak-Krieg eine neue Bleibe geschaffen hatten?

Die starke Präsenz der US-Armee in den Erdöl-reichen Gebieten wie der Irak wird durch die Aussage des US-Verteidiungsministers Hagel erneut betont. „Die IS ist eine extreme Bedrohung für die USA“. Damit wird er kaum die Annäherung von IS-Schiffen an der US-amerikanischen Küste des Atlantiks oder Pazifiks gemeint haben. An ein Sichten der islamistischen Radikalen in der Nähe von Hawaii ist wohl auch kaum zu denken.

Die „extreme Bedrohung für die USA“ trifft im Bezug auf die geopolitischen Interessen Washingtons mit Sicherheit zu. Sollten die IS auch von der Seite Syriens bekämpft werden müssen, stünde die US-Armee nach dem Ausfall der gewünschten Intervention gegen den „Feind Assat“ eben auf diesem Weg mit zwei Beinen im Land.





Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.