Internationale Märkte nehmen ihren Schwung mit ins Jahr 2013

Märkte 2013-


Die Märkte sehen dem kommenden Jahr 2013 mit viel Optimismus entgehen. Die vergangenen zwölf Monate waren für zahlreiche Marktteilnehmer trotz der vorherrschenden Untergangsstimmung zur Euro-Zone ein echter Segen, u.a. dank der Politik in Brüssel.

Märkte werden weiter Nutznießer der Schuldenkrise bleiben

Marktstimmung Börsen
Verhaltene Bullenstimmung an
den Märkten für 2013

Mit den teils hoffnungslos überschuldeten Staatshaushalten zahlreicher Länder der Europäischen Union handelt es sich um Länder der sog. „Ersten Welt“ und diese fürchten längst das wirtschaftliche Aufstreben sog. Schwellenländer, u.a. China, Indien und Brasilien. Die größte Industrienation der Welt, die USA, rückte mit ihrem gigantischen Schuldenberg erst wieder in den Mittelpunkt der Medien, als ein tödlicher Sturz in die „Fiskalklippe“ (Fiscal Cliff) drohte. Noch im letzten Augenblick konnten sich Demokraten und Republikaner auf einen weiteren Notanker einigen, der die baumelnde US-Wirtschaft noch vor dem finalen Absturz bewahren konnte.

Deutschland könnte als Exportnation von einer erhöhten Nachfrage aus den sich entwickelnden Länder profitieren. Auf der einen Seite würde ein Exportanstieg dem ohnehin schon hohen Bilanzüberschuss im Außenhandel nicht gerade zuträglich sein, aber auf „irgendeine Art“ soll letztendlich auch ein für 2013 relativ bescheiden eingeschätztes Wachstum um 0,6% bis 0,8% ermöglicht werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte mit ihrer Ansprache zum Jahreswechsel eine Packung Pessimismus inkl. Begleitschreiben zum aufgeforderten Optimismus verbreitet. Ökonomen denken allerdings etwas positiver als die Regierungschefin.

Die Märkte sehen für 2013 keine Gründe zum Pessimismus
Aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachten jedoch die Märkte die sich entwickelnde Lage in den Bereichen Staatsschulden, Bankenkrisen und „potente Steuerzahler“. Von mieser Stimmung ist kaum eine Spur zu sehen. Der Ausgang der letzten Anleiherückkäufe Griechenlands scheint den Märkten durchaus recht zu geben. Mit der Rückgabe der griechischen Staatsanleihen schöpften die ehemaligen Inhaber Renditen ab, von denen Normalsterbliche nur träumen können. Innerhalb weniger Monate beinahe das Doppelte als Gewinn einzustreichen, kommt nicht alle Tage vor und wird offensichtlich erst durch die Krisensituation ermöglicht.

Das notwendige Kapital für den Schuldenrückkauf wurde durch die Euro-Gruppe (Finanzminister der Euro-Mitgliedsländer) freigegeben. Die Quelle sind Beisteuerungen aus den Haushalten der Euro-Mitgliedsländern, also damit der Steuerzahler. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich als Garantieleistung oder eine Barzahlung auf direktem Wege oder über eines der EU-Rettungsschirme handelt.

Selbst das Gezanke im US-Senat zur Haushaltspolitik kann die Börsen nicht zu melancholischen Stimmungen verleiten. Die Demokraten und Republikanern „dahin gehudelte“ Notlösung ließ den Leitindex Dow Jones an der New Yorker Börse über die wichtige Marke von 13.000 Punkten springen. Analysten sehen damit die ersten Zeichen für weiteren Optimismus trotz schwacher Konjunkturlage und einer längst nicht gelösten Schuldenkrise in der Euro-Zone. So war lt. nw-news.de (Dienstag) auch der Ausgang der letzten Handelstage in Asien ein Grund, um „die Sektkorken knallen zu lassen“.

Im „Wettbewerb um die Schwäche“ ging im Jahr 2012 das Rennen zwischen dem Euro und dem US-Dollar zugunsten der europäischen Gemeinschaftswährung aus. Über die letzten 12 Monate gemittelt konnte der Euro gegenüber der US-Währung um rund 2 Prozent zulegen. Das Edelmetall Gold konnte über das Jahr 2012 gesehen um rund 6 Prozent zum Preis für die Feinunze zugewinnen.

Bloomberg sieht Aktien als den großen Gewinner 2012. Lt. dem Finanzdienst konnten weder Anleihen, Devisen oder Rohstoffe den Wertpapieren das Wasser reichen. Unter den größten Wertzuwächsen finden sich u.a. eine Reihe deutscher Aktien.

Die Märkte werden auch weiterhin gut bedient werden
Maßgeblich haben die EU-Kommission, die Finanzminister der Euro-Länder sowie die Europäische Zentralbank (EZB) dazu beigetragen, dass für die Märkte der Weg für den „freien Handel“ in großen Bereichen wieder begradigt, geebnet und bereinigt ist. Aufgrund der indirekten Durchschleusung des Kapitals von Steuerzahlern bis hin zu den international agierenden Investment-Banken, brauchen die Märkte kaum etwas zu befürchten. Für Liquidität ist gesorgt.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Ein Gedanke zu „Internationale Märkte nehmen ihren Schwung mit ins Jahr 2013

  • 2. Januar 2013 um 11:34
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    Verschuldungszwang

    „Häufig wird die Volkswirtschaft mit einem verschuldeten Einzelhaushalt verglichen, der durch Sparmaßnahmen seine Kredite verringert. Dies ist zwar für Einzelelemente einer Volkswirtschaft möglich, jedoch nicht in der Gesamtbilanz aller Teilnehmer. In der gesamten Volkswirtschaft muss die Summe der Geldvermögen immer gleich groß sein wie die Gesamtverschuldung, da Vermögen auf der einen Seite Schulden auf der anderen Seite bedeuten. In unserem Geldsystem steigen die Geldvermögen durch die Verzinsung an, weshalb die Verschuldung um den gleichen Betrag wachsen muss. … Ein Rückgang der Kreditaufnahme würde zu einem fallenden Zinssatz führen, weil sich der Zins aus Angebot und Nachfrage nach Krediten bildet. Fällt nun der Zinssatz unter eine Mindesthöhe (Liquiditätsgrenze), kommt es zu einer Deflation, also einem Rückzug des Geldes, weil niemand bereit wäre, überhaupt noch Kapital ohne Mindestverzinsung zu verleihen. Die Folgen wären Massenarbeitslosigkeit, Verarmung der Bevölkerung, Hunger und Bürgerkrieg. Die Neuverschuldung dient letztlich dazu, den Zinssatz auf genügender Höhe zu halten, um ein Abgleiten der Volkswirtschaft in die Deflation zu verhindern.“

    Günter Hannich, 2006

    Der „Jahrhundertökonom“ John Maynard Keynes wusste, dass eine „antizyklische staatliche Investitionspolitik“ die Katastrophe (globale Liquiditätsfalle) nur hinausschieben aber nicht verhindern kann, denn solange keine staatliche Liquiditätsgebühr („carrying costs“) auf alles Zentralbankgeld erhoben wird und es ein privates Bodeneigentumsrecht gibt, ist der Staat niemals in der Lage, die Verschuldung wieder abzubauen. Keynes wusste aber auch, dass die „hohe Politik“ dumm genug sein würde, alle denkbaren und undenkbaren Möglichkeiten einer staatlichen Investitionspolitik auszuprobieren, bevor sie ihr Versagen eingestehen würde, denn etwas anderes kann die politische Seifenoper in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) sowieso nicht machen.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html

    Das einzig Sinnvolle, was Politiker tun können, ist, sich selbst überflüssig zu machen!

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/12/der-abbau-des-staates.html

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