Inflationsdruck in Deutschland steigt – Ökonomen warnen bereits

Preissteigerungen Deutschland-


Eine lockere Geldpolitik durch Flutung der europäischen Banken mit „frisch gedrucktem“ Kapital kann und wird nicht ohne Folgen für eine Volkswirtschaft bleiben. Behauptungen von geringen oder keine Einflüsse auf die Inflation gehören in das Reich von Märchen angesiedelt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich eine langjährige Geldschwemme auf die Preise für Verbraucher auswirkt. So warnen bereits immer mehr Ökonomen vor einer stark ansteigenden Teuerungsrate in Deutschland.

EZB-Geldpolitik wird Verbraucherpreise nach oben jagen

Inflation
Hohe Teuerungsrate für Euro bereits in Sicht
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Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte schon bald ihren Tribut fordern. Seit rund zweieinhalb Jahren wäre die Geldpolitik für Deutschland zu locker, so Chefvolkswirt Dirk Schumacher von Goldman Sachs Deutschland lt. Focus.de (Donnerstag).

Mit der Einstellung steht der Chefvolkswirt nicht alleine auf der Konfrontationslinie. Weitere Ökonomen befürchten ähnliches. So bestätigte auch Degussa-Chefökonom Thorsten Polleit, dass Deutschland mittelfristig einer Inflationsrate von fünf oder sechs Prozent entgegen steuerte. Die Kurse für Aktien, Rohstoffpreise und Immobilienwerte würden aufgrund des billigen Geldes bereits steigen, so Polleit. Am Schluss würde diese Entwicklung auch auf die Verbraucherpreise durchschlagen.

EZB-Direktor Jörg Asmussen sieht dagegen keine Anzeichen für eine ansteigende Inflationsgefahr und erklärte, dass die EZB nach wie vor ihr primäres Ziel, für stabile Preise zu sorgen, verfolgen und bei einem wachsenden Inflationsdruck sofort Gegenmaßnahmen einleiten werde.

Keine Premiere zur Inflationshöhe – Jedoch zu Niedrigzinsen

Eine Inflationsrate über der 5%-Marke hatte es zuletzt 1992 gegeben. Anschließend fiel die jährliche Inflation bis zum Jahr 1999 fast ausschließlich nach unten ab.

Anfang bis Mitte der 70-er erreichten die Preissteigerungen sogar Werte bis 7,1% (1973), auch Anfang der 80-er überstieg die jährliche Inflation die 5%-Marke sehr deutlich. Mit der Einführung des Euros pendelt die Inflation zwischen 1% und 2,3% hin und her. Zuletzt wurde für Deutschland 2012 eine Preissteigerung in Höhe von 2,0% ermittelt.

Das „Schreckgespenst“ einer „enormen Inflation von 4 bis 5 Prozent“ ist relativ. Es gibt lediglich den unangenehmen Beigeschmack eines extrem tiefen Zinsniveaus für Anlagekonten. Bisher pendelten sich die Guthabenzinsen um die Teuerungsrate ein und ließen den Sparern reale Gewinne übrig. Davon kann mit der gegenwärtigen Entwicklung keinesfalls mehr gesprochen werden. Tagesgeldkonten rentieren bereits seit letztem Jahr nur noch soviel, dass immerhin mehr Geld übrig bleibt, als wenn man sein Erspartes unter dem Kopfkissen verstecken würde.

Dezenter Unterschied zwischen Inflation und Teuerung
Zu häufig werden Inflationsrate und Teuerungsrate in einen Topf geworfen und als identische Größen angesehen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) ermittelt das angestiegene Preisniveau mithilfe eines virtuellen Warenkorbs, bei dem sämtliche Preise innerhalb eines Zeitraumes verglichen werden. Aus dem Unterschied wird letztendlich die Teuerungsrate ermittelt, die „amtliche Inflation“. Eine Grauzone zwischen realer Inflation und „gefühlter Teuerungsrate„.

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