In Griechenland setzte 2016 großes Firmensterben ein

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In Griechenland setzte in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 ein großes Firmensterben ein. Die Anzahl der Unternehmensschließungen stieg um fast 80 Prozent.

Griechenland

Firmensterben: Griechenlands Fundamente bröckeln ab – Schuldentragfähigkeit?

„Hauptsache Griechenland erfüllt die geforderten Reformen“

Es ist relativ still geworden um Griechenland. Zwischenzeitlich verlauten die Mainstreams das Bestehen der sog. „Geldgeber“ auf die Umsetzung der Reformen im Land, aber sonst scheint in dem von „Rettungsmaßnahmen“ wirtschaftlich geknebelte und angekettete Euro-Mitglied alles in „bester Ordnung“ zu sein.

Durch Griechenland fegt ein Tsunami der Unternehmenspleiten und den Leitmedien scheint dies kaum zu interessieren. Als wenn Firmen nichts mit der Konjunktur, Wirtschaftskraft und nicht zuletzt der Schuldentragfähigkeit zu tun hätten. Von den massenhaften Entlassungen der Arbeitnehmer mal ganz abgesehen.

In den ersten drei Monaten im Jahr 2016 stieg die Anzahl der Unternehmensschließungen gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um ca. 78 Prozent an, so das griechische Blatt Kathimerini. Zwischen Jahresbeginn und dem 22. März wurden aus dem griechischen Handelsregister 9.812 Firmen gelöscht.

Mit den Firmenschließungen handelte es sich nicht ausschließlich um Insolvenzfälle, aber zum ersten Mal überstieg die Anzahl der Unternehmenslöschungen die Anzahl der Neustarts. Zahlreiche Unternehmen wandern ins Ausland ab oder starten eine neue Existenz im „Untergrund“, um innerhalb der Schattenwirtschaft aktiv zu sein.

Die tatsächliche Anzahl der geschlossenen Firmen dürfte noch höher liegen. Zahlreiche Firmeninhaber schlossen ihre Pforten „klammheimlich“, in der Hoffnung den offenen Forderungen der Gläubiger entgehen zu können.

Die Schuldenquote des griechischen Staatshaushalts lag Ende 2015 bei knapp 173%. Mit des in Etappen und unter Voraussetzung der Reformen zugesagten dritten „Hilfsprogramms“ stieg die Quote auf über 200%. Griechenland steht Gläubigern gegenüber, die auf insgesamt rund 316 Milliarden Euro warten. Ende 2015 war rund jeder vierte erwerbsfähige Grieche ohne Beschäftigung. Gegenüber dem Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit in Griechenland statistisch ab, wohl aber kaum darin begründet, wieder eine Beschäftigung gefunden zu haben, sondern vielmehr durch eine Abwanderung aus purer Not.

Dennoch sprechen EU-Politiker, EZB und Internationaler Währungsfonds (IWF) nach wie vor von „Schuldentragfähigkeit“ und „fast-Pleite“. Der vermeintliche durch Zahlenverschiebereien erzielte Haushaltsüberschuss wird als Beleg gefeiert, dass man sich auf einem guten Weg befände. Der Rettungsfonds EFSF stellte im Juli 2015 offiziell die Insolvenz Griechenlands fest, aber was kümmern solche Nebensächlichkeiten?

Griechenland ist und bleibt ein bodenloses Fass und dient lediglich als Schleuse und Katalysator für das Ziel, das Kapital der Sparer und Steuerzahler vor allem in den nördlichen Euro-Mitgliedsstaaten direkt an die Banken durch zuleiten.


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