Immer mehr von Armut Bedrohte trotz höheres Realeinkommen

Gesellschaft –


Die Bundesbewohner erhalten einer Studie zufolge ein weitaus höheres verfügbares Realeinkommen als noch vor knapp 30 Jahren. Allerdings sind diese Zuwächse äußerst ungleich verteilt und das Armutsrisiko breitete sich über die bisher am meisten Gefährdeten hinaus weiter aus.

Bittere Armut

Die „untersten 10 %“ sind bereits auf dem Abstellgleis gelandet

Realeinkommen im Schnitt um 18 % angestiegen

Im Bundesgebiet ist das Einkommen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angestiegen. Das verfügbare reale Nettoeinkommen der Haushalte stieg zwischen den Jahren 1991 und 2016 im Durchschnitt um 18 Prozent an. Allerdings ist der Zuwachs alles andere als gleichmäßig verteilt und das Ungleichgewicht bei den Einkommensverhältnissen ist im gleichen Zeitraum sogar noch größer geworden, so das Studienergebnis des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW). Als Berechnungsbasis dienten demnach die Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Nimmt man die sog. Finanzkrise als Ausgangspunkt, stiegen die Realeinkommen seither in weiten Teilen der Bevölkerung dank des wirtschaftlichen Aufschwungs an. Maßgeblich waren lt. DIW die Lohnanstiege, der starke Beschäftigungsaufbau sowie die Anpassungen bei den Renten ausschlaggebend.

Einkommensanstiege ungleich verteilt

Mit Blick auf die Einkommensbereiche zeigten sich jedoch erhebliche Unterschiede. Während die Zuwächse des Realeinkommens in den Jahren 1991 bis 2016 im obersten Zehntel bei 35 Prozent lagen und die im neunten, runter bis zum dritten Zehntel im Bereich von 8 bis 19 Prozent, stiegen die Einkommen im zweiten Zehntel lediglich um 2 Prozent. Das unterste Zehntel musste sogar seit 2010 einen Einkommensverlust hinnehmen. So viel zur „guten Beschäftigungslage und Konjunktur“. Das Institut sieht einen möglichen Grund für den Rückgang des Realeinkommens im untersten Segment aufgrund der Migration in den vergangenen Jahren. Die Zugewanderten erzielten oft nur ein niedriges Einkommen.

Armutsrisiko betrifft immer mehr Gruppen

Das Armutsrisiko breitet sich über die bisher gefährdetsten Gruppen hinaus weiter aus. Zu den bisher größten Risikogruppen zählten Haushalte mit alleinerziehenden Müttern und Rentner. Inzwischen sind auch immer mehr jüngere Erwachsene vom Armutsrisiko betroffen, also deren Einkommen höchstens 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens entspricht. Im Jahr 1990 lag der gesamte Anteil der „Armutsgefährdeten“ bei rund 11 Prozent. Bis zum Jahr 2016 stieg der Anteil auf 16,6 Prozent an. In diesem Jahr lag die 60%-Marke für einen Singlehaushalt bei 1.120 Euro pro Monat. Die Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren ist mit einem Anteil von 28 Prozent am stärksten vertreten. Sehr stark zugenommen hat lt. DIW der Anteil der Armutsgefährdeten im Altersbereich von 25 bis 34 Jahren. Familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und ein stark verbreiteter Niedriglohnsektor ließ diese Altersgruppe zu fast 23 Prozent in das Armutsrisiko abgleiten.

Vollzeit-, geschweige Teilzeitbeschäftigung bieten schon lange keine Garantie mehr für ein ausreichendes Einkommen. Im Jahr 2017 waren über 7 Millionen Bundesbewohner in einem Mini-Job beschäftigt. Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten stieg ebenfalls an. Mitte der 1990-er lag die Niedrigeinkommensquote bei Mehrpersonenhaushalten mit lediglich einem Erwerbstätigen bei rund 15 Prozent. Im Jahr 2016 lag die Quote bei 30 Prozent, also eine glatte Verdoppelung. Ein ähnliches Bild ergibt sich lt. DIW auch bei Erwerbstätigen im Singlehaushalt.

In der Stadt verarmt es sich zügiger

Einen deutlichen Anstieg des Armutsrisikos stellte das Institut in städtischen Regionen fest. Im Jahr 1996 waren je nach Gemeindegröße anteilig zwischen 9 und 13 Prozent der Menschen von der Armut bedroht. Bis zum Jahr 2016 stieg das Armutsrisiko einerseits in allen Regionen weiter an, andererseits aber mit erheblichen Unterschieden. In den kleinen Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von weniger als 20.000 stieg die Armutsrisikoquote um 2 bis 3 Prozentpunkte an. In städtischen Regionen mit mehr als 20.000 Einwohnern kletterte der Anteil der Beschäftigten mit Niedriglohn um 7 bis 10 Prozentpunkte an. Auch in diesem Punkt sieht DIW eine mögliche Erklärung bei der verstärkten Zuwanderung in die Städte. Besonders gravierend ist der Fakt, dass diese Zahlen die gestiegenen Wohnkosten nicht berücksichtigen.

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