IMK: Rezessionsgefahr Oktober und November rasant gestiegen

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„Alarmstufe Gelb“. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung sieht ein auf bis über 40 Prozent angehobenes Risiko einer Rezession der deutschen Wirtschaft für Oktober und November. Die Anzeichen einer rückläufigen Konjunktur seien im letzten Monat rasant angestiegen.

Realwirtschaftliche Faktoren ergänzen eingetrübte Stimmungen

Rezessionsgefahr
Gestiegene Rezessionsgefahr
Bild: Peter Kirchhoff / pixelio.de

Der IMK stellte die Warnstufe des Indikators aufgrund der rasant gestiegenen Rezessionsgefahr auf Gelb um. Das Institut konnte im vergangenen Monat eine vom Indikator ausgewiesene Steigerung um zeitweise über 40 Prozent feststellen.

Für den IMK-Experten Peter Hohlfeld sind dies deutliche Warnsignale, die zwar noch keine unmittelbare Rezession für Deutschland anzeigten, aber die Wahrscheinlichkeit erheblich anhoben. „Die Wahrscheinlichkeit ist aber in den vergangenen Monaten kontinuierlich gewachsen. Und jetzt sind nicht nur die Stimmungsindikatoren schwach. Auch bei wichtigen realwirtschaftlichen Frühindikatoren sieht es trübe aus“, erklärte Hohlfeld.

Mit den vom Anfang Oktober erhobenen Datenbeständen weist der Indikator für den noch laufenden Monat einen bereits markanten Anstieg der Rezessionsgefahr von 32,6 auf 41,8 Prozent aus. Für den kommenden November sieht der Anstieg anhand der Zwei-Monats-Prognose noch drastischer aus. Das Risiko einer eintretenden Rezession ist von 15,2 auf 43,3 Prozent angewachsen. Mit 29,7 Prozent liegt der Indikator-Wert für Dezember nur geringfügig unter der 30 Prozent-Marke, ab der die gelbe Warnstufe beginnt.

Das Rezessionsrisiko wurde noch im vergangenen Monat hauptsächlich vom sinkenden ifo-Geschäftsklimaindex hochgetrieben, welches in erster Linie einem Stimmungsindikator entspricht. Derzeit verstärken lt. der IMK-Analyse auch die realwirtschaftlichen Indikatoren die Rezessionswahrscheinlichkeit.

Rückläufig sind besonders die Auftragseingänge in den Bereichen von Investitionsgütern. Darüber hinaus spielen Faktoren wie die niedrigen Zinsen zur Stabilisierung der Konjunktur eine immer geringere Rolle. Hohlfeld erklärte dazu, „offensichtlich überlagern die zunehmend schlechtere Stimmung und die trübere realwirtschaftliche Lage das eigentlich positive Zinsklima. Die Unternehmen halten sich zunehmend mit ihren Investitionsentscheidungen zurück, weil ihnen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu schwach erscheint“.

Die Forscher des IMK gehen davon aus, dass die Konjunkturflaute zunehmenden Einfluss auf die Arbeitslosigkeit haben werde. Es werde zwar ein starker Anstieg vorerst ausbleiben, aber dennoch rät das Institut eine frühzeitige Einleitung von Gegenmaßnahmen durch die Bundesregierung. Das IMK schlägt eine schnelle und großzügige Ausgestaltung der Kurzarbeit-Regelung wie zur akuten Wirtschaftskrise 2009 und 2010 vor.

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