IMK: Investitionen der öffentlichen Hand sind besser als sparen

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Das Geld lockern statt betonieren. Das IMK kam nach einer Untersuchung von Studien aus dem Zeitraum der letzten 20 Jahre zum Schluss, dass öffentliche Investitionen den größten Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt auswirkten. Die Austeritätspolitik im Euroraum – mit Blick auf Griechenland – habe demnach schädlichere Wirkung als bisher angenommen.

Austeritätspolitik

Das „große Experiment Griechenland“ hätte vorweg geklärt sein können

Eine Erkenntnis die vermutlich auf taube Ohren stoßen wird

Statt durch Sparkurse der Konjunktur den Würgegriff anzusetzen, sollte der Hals durch öffentliche Investitionen besser geöffnet werden. Ein enger Hals wird schneller voll und ein weiteres Stocken der Wirtschaft wäre für den Patienten kontraproduktiv.

Konjunkturprogramme haben im Verlauf der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise einen neuen Auftrieb erhalten, lediglich müsse die Frage zur am besten wirkenden Medizin noch geklärt werden. Um der richtigen Rezeptur auf die Spuren zu kommen, nahm Sebastian Gechert vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung für eine Analyse insg. 104 internationale Studien zum Thema Konjunkturprogramme und Wirtschaftsentwicklungen in die Hand.

Die einzelnen Studien wurden im Zeitraum zwischen 1992 und 2013 erstellt und umfassen die Daten von 1930 bis heute.

Das Ergebnis aus der von Gechert vorgenommenen Meta-Analyse: Das wirksamste Mittel zur Konjunkturbelebung sind öffentliche Investitionen und übertreffen den Effekt aus Steuersenkungen bei weitem.

Der Multiplikator aus den allgemeinen öffentlichen Ausgaben beträgt 0,3 bis 0,4 Punkte über dem von Transfers und Steuersenkungen. Um weitere 0,3 bis 0,8 Punkte darüber liegt der Multiplikator öffentlicher Investitionen. In „greifbaren Zahlen“ ausgedrückt würde ein aus öffentlicher Hand investierter Euro das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 30 bis 80 Cent anheben. Das BIP würde um 30 bis 40 Cent sinken, wenn der Staat den Euro nicht selbst ausgibt sondern diesen für Transfers oder Steuersenkungen nutzte.

Das IMK sieht in diesem Ergebnis ein wichtiges Zusammenspiel mit den Haushaltskonsolidierungen. Steuererhöhungen sind weniger schädlich für das Wachstum als die Kürzung von Ausgaben, wenn die Absenkung der Staatsschulden das Ziel sein soll.

Der Effekt staatlicher Maßnahmen scheint zwar über die Jahrzehnte hinweg zurückgegangen zu sein, aber Krisenzeiten stellten eine Ausnahme dar, so die Forscher vom IMK. Fiskalpolitische Maßnahmen wiesen einen doppelt so hohen Effekt auf als in normalen Zeiten. Umgekehrt hieße das auch, dass die im Euroraum vorgenommene Austeritätspolitik einen größeren Schaden anrichtete als bisher angenommen, so Gechert.

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