IMK fordert höhere Löhne für mehr Binnennachfrage

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„Höhere Löhne für eine angekurbelte Binnennachfrage“ lautet die Kernaussage des IMK-Instituts zur Bekämpfung der Euro-Krise. Wenn die Bundesbürger über mehr Geld verfügten, könnten Euro-Länder von höheren Exportchancen profitieren und gleichzeitig für mehr Stabilität im gesamten Euroraum sorgen.

Erhöhte Nachfrage steigert Wettbewerbsfähigkeit

Euro-Krise
Höhere Löhne für mehr Konsumfreude
Bild: Gerd Altmann/
Hintergrund:pixabay / pixelio.de

Mit einem völlig umgekehrten Kurs zur seit bereits Jahren gängigen Praxis schlägt das IMK-Institut der Hans-Böckler Stiftung vor, die Löhne in den kommenden Jahren deutlich anzuheben. Damit könne der Weg zu einer gelösten Euro-Krise beschleunigt werden. Dabei sollten die zukünftigen Lohnanstiege deutlich über der Gehaltsentwicklung des Durchschnitts im Euroraum liegen.

Höhere Einkommen würden zu einer angekurbelten Nachfrage im Binnenmarkt führen. IMK-Direktor Gustav Horn erklärte lt. welt.de (Montag), dass die Lohnsteigerungen in den nächsten zwei bis drei Jahren gut vier Prozent betragen könnten, um so für mehr Stabilität in Deutschland und Europa zu sorgen. Es handelte sich dabei um „kein Opfer“ sonder um einen Beitrag der Stabilisierung.

Hätten die Menschen ein höheres Einkommen, würden durch die angeregte Binnennachfrage der deutsche Import ansteigen und zugleich den Krisenstaaten bessere Exportchancen verleihen, so Horn. Für die Zukunft sieht das IMK Lohnerhöhungen um rund drei Prozent über alle Sparten hinweg als sinnvoll. Selbst ein höherer Anstieg der Löhne würde der guten Wettbewerbsfähigkeit kaum schaden, selbst dann nicht, falls der eine oder andere Auftrag für einen Export außerhalb der Euro-Zone verloren gehen sollte. Unternehmen wären lediglich dazu angehalten, ihre Gewinnmargen etwas zurück zu fahren.

Horn betonte die sich als falsch erwiesene Strategie von Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF). „Fast alle Staaten versuchen gleichzeitig zu sparen“, so Horn. Wenn die meisten Länder der Welt die gleiche Strategie verfolgten, wäre dies eine zusätzliche Belastung. Dazu wäre nun Deutschland als ein Land mit fiskalpolitischem Spielraum aufgefordert, in Bildung oder die ökologische Modernisierung zu investieren. Letztendlich können die Ausgaben über die höhere Einkommensteuer bei Top-Verdienern gegenfinanziert werden.

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