Im Jahr 2012 hatten Beschäftigte um 0,5% mehr Geld in der Tasche

Reallöhne 2012-


Mit der Hochrechnung der Nominallöhne und der gleichzeitig anhaltenden Verteuerung der Preise im vierten Quartal 2012 steht für das vergangene Jahr nun ein gestiegener Reallohnanstieg um 0,5% fest.

Mäßige Lohnanstiege und moderate Inflation

Reallohnanstieg
Ein souveränes Plus im realen Lohnanstieg sähe anders aus

Mit der Berechnung Quartal IV 2012 steht nun fest, dass die Beschäftigten in Deutschland zwischen dem vierten Quartal 2011 und dem vierten Quartal 2012 einen durchschnittlichen Aufschlag um 0,7 Prozent des Reallohns erhielten. Das Statistische Bundesamt (Destatis) stellte die Anhebungen der Reallöhne den angestiegenen Verbraucherpreisen gegenüber berechnete für das Gesamtjahr 2012 einen Reallohnanstieg von 0,5% gegenüber das Vorjahr. Gleichzeitig wurde das vorherige Ergebnis zu Quartal III 2012 um 0,1 Prozentpunkte nach unten korrigiert.

Das aufgeschlüsselte Verhältnis zum gestiegenen Reallohn zeigt für das Jahr 2012 einen Nominallohn-Anstieg um 2,5% und um 2,0% gestiegene Verbraucherpreise.

Pro Stunde verdienten vergangenes Jahr Voll- und Teilzeitbeschäftigte in Deutschland 19,33 Euro brutto (ohne geringfügig Beschäftigte, ohne Sonderzahlungen). Die Beschäftigten im Bundesland Hamburg führten mit einem durchschnittlichen Einkommen von 21,83 Euro die Ranking-Liste an. Das Schlusslicht bildete Sachsen-Anhalt mit 14,80 Euro.

Vergangene Reallöhne – Nominallöhne – Verbraucherpreise

Zeitraum Reallohnindex Nominallohnindex Verbraucherpreisindex
Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum in %
Jahr 2008 0,5 3,1 2,6
Jahr 2009 – 0,3 0,1 0,4
Jahr 2010 1,5 2,7 1,1
Jahr 2011 1,0 3,3 2,3
1. Quartal 2008 – 0,1 2,8 2,9
2. Quartal 2008 0,9 3,8 2,9
3. Quartal 2008 – 0,1 3,0 3,1
4. Quartal 2008 0,9 2,6 1,7
1. Quartal 2009 – 0,2 0,7 0,8
2. Quartal 2009 – 1,0 – 0,7 0,3
3. Quartal 2009 0,7 0,4 – 0,2
4. Quartal 2009 – 0,2 0,2 0,4
1. Quartal 2010 0,8 1,6 0,8
2. Quartal 2010 2,1 3,2 1,1
3. Quartal 2010 1,4 2,6 1,2
4. Quartal 2010 1,4 2,9 1,5
1. Quartal 2011 1,8 3,9 2,1
2. Quartal 2011 1,6 4,0 2,3
3. Quartal 2011 0,5 2,9 2,5
4. Quartal 2011 0,0 2,4 2,3
1. Quartal 2012 0,0 2,1 2,2
2. Quartal 2012 0,6 2,5 1,9
3. Quartal 2012 1,0 3,0 2,0
4. Quartal 2012 0,7 2,8 2,0

Quelle: Destatis

Reallohnanstieg ohne Niedriglöhner – Augenwischerei

Ein Grund, um ein Fass aufzumachen. 0,5% mehr Geld in der Tasche, nachdem der Chef den Lohn um 2,5% angehoben hatte und die Preisanhebungen für Waren und Dienstleistungen diesen Betrag im Hintergrund um 2 Prozentpunkte stutzten. Wer Ende 2011 noch 2.000,- Euro brutto verdiente, bekam Ende 2012 2.050,- Euro ausgezahlt, aber am Ende blieb von der Anhebung um 50,- Euro nur 10,- Euro davon übrig.

Die Statistik berücksichtigt keinen Niedriglohn- bzw. Geringverdiener-Sektor. Wohl nicht ohne Grund. Deren Anzahl und Berücksichtigung dürften einschneidend „verunzierende“ Konsequenzen auf den „hübsch aussehenden“ positiven Reallohnanstieg haben. Deutschland hat sich innerhalb der letzten 10 Jahre zu einem Dumpinglohn-Staat entwickelt. Die Reallohnentwicklung der letzten Jahre ist in dieser Form nicht deckungsgleich mit den durchschnittlichen Lohnentwicklungen im Vergleich zu weiteren europäischen Ländern.

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