ifo schlägt Hartz-IV-Reform vor – Derzeit widersinnig

Hartz-IV-System –


Das Münchener ifo Institut schlägt eine Hartz-IV-Reform vor, die darauf zielt, dass sich Mehrarbeit wieder lohnt. Derzeit gebe es Fälle, in denen ein höheres Brutto-Einkommen zu einem geringeren Netto-Einkommen führen könne. Dies sei widersinnig und kein Anreiz für Leistungsbereitschaft.

Arbeitszeit

Derzeit lohne sich bei Hartz-IV eine Mehrarbeit kaum bis gar nicht

Alleinerziehende mit Kindern würden besonders profitieren

Das Hartz-IV-System müssen dahingehend geändert werden, dass sich Mehrarbeit wieder lohne. Das Münchener ifo Institut schlägt eine entsprechende Reform von Hartz IV vor, dass die Betroffenen auch aus der „Falle der Niedrig-Einkommen entkommen können.“ Aktuell sei das System so gebaut, dass in manchen Fällen ein Mehr beim Brutto in ein Weniger bei Netto resultiere. Die Grenzbelastung bei niedrigem Einkommen müsse oberhalb von 630 Euro auf 60 Prozent gesenkt werden, so der Vorschlag des ifo-Präsidenten Clemens Fuest. Dort wo sich Leistung besonders lohnt, werde es vom gegenwärtigen System bestraft. Dies sei dann der Fall, wenn Betroffene durch eigene Anstrengung der Abhängigkeit von Sozialleistungen entkommen wollten. Die Beschäftigung würde gemäß dem ifo-Vorschlag um 216.000 Vollzeit-Arbeitsplätze erhöht werden. Gleichzeitig werde die Ungleichheit beim Einkommen gesenkt und der öffentliche Haushalt etwas entlastet.

Einen besonderen Vorteil hätten lt. ifo die Hilfs-Empfänger mit Kindern. Diese würden durch ein Schonvermögen und die Bindung an die Erwerbsbiographie deutlich besser gestellt.

Grund für die notwendige Hartz-IV-Reform sei die Belastung der Hartz-IV-Abhängigen mit Grenzsätzen von 80 bis 100 Prozent. „Die höchste Grenzbelastung zusätzlichen Einkommens mit Steuern und Abgaben haben wir in der Grundsicherung“, so Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. Insbesondere bei Alleinerziehenden mit Kindern könne es sogar sein, dass ein höheres Brutto-Einkommen zu einem geringeren Netto-Einkommen führe. Das sei widersinnig und man müsse sich fragen, warum dann jemand noch mehr arbeiten sollte.

In der gegenwärtigen Arbeitsmarktsituation stünden die Chancen für eine Beschäftigung gut. Eine Hartz-IV-Reform, die auf mehr Beschäftigung und ein höheres verfügbares Einkommen als bei Hartz-IV-Abhängigen zielt, würde das Ungleichgewicht beim Einkommen vermindern und dazu die gesamtwirtschaftliche Produktion steigern. Dies wäre effizient und gerecht.



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