Herber Einbruch beim deutschen Export

Handelsbilanzen-


Ein kräftiges Minus zu den deutschen Exporten und auch Rückgänge bei der Wareneinfuhr meldete das Statistische Bundesamt für den September 2012. Die Bilanzen sind somit seit Januar 2010 erstmalig wieder rückläufig.

Deutscher Im- und Export stark rückläufig

Exportrückgang
Deutsche Export Rückgänge
Bild: Peter Kirchhoff / pixelio.de

Um -3,4% sind im September 2012 die aus Deutschland ausgeführten Waren gegenüber dem Vorjahres-September gesunken. Diesen sehr deutlichen Rückgang der Exporte meldete heute das Statistische Bundesamt (Destatis). Im September wurden von Deutschland Warten im Gegenwert von 91,7 Milliarden Euro exportiert, gleichzeitig überschritten Handelsgüter im Wert von 74,9 Milliarden Euro die deutsche Grenze ins Inland.

Gegenüber dem August 2012 sanken die Ausfuhren um 2,5% und die Einfuhren um 1,6%.

Noch im September 2011 betrug der Saldo in der Außenhandelsbilanz +17,3 Milliarden Euro, saisonbereinigt bei 17,0 Milliarden Euro. Der September 2012 schloss dagegen mit einem Überschuss in Höhe von 16,9 Milliarden Euro ab.

Der Exportanteil in die Europäische Union betrug September 2012 52,6 Milliarden Euro für Waren. Aus der EU wurden in der gleichen Zeit Waren für 47,5 Milliarden Euro eingeführt. Gegenüber dem September 2011 ergibt sich ein Rückgang um -7,0% für die Warenausfuhr und -4,8% für die Wareneingänge aus der EU.

Der Anteil für In- und Export der Mitgliedsländer der Euro-Zone betrug für September 2012 34,5 Milliarden Euro (-9,1%) für Ausführungen und 32,7 Milliarden Euro (-5,7%) für Einführungen. Auch der Handel mit EU-Länder, die nicht der Währungsgemeinschaft angehören, sank der Export um -2,7% auf 18,1 Milliarden Euro und der Import um -2,8% auf 14,8 Milliarden Euro.

Auch der Handel mit den sog. Drittländern (Länder außerhalb der EU) wies für den September 2012 gegenüber dem Vorjahr deutliche Bilanzunterschiede auf. Der Export in die Drittländer nahm um 1,8% auf 39,2 Milliarden Euro zu und der Import sank dagegen um 1,4% auf 27,4 Milliarden Euro ab.

Reichhaltiges Warensortiment gegenüber klamme Kunden

Deutschland ist eine Exportnation im „Wettstreit“ um die Außenhandelsbilanzen mit China. Der Hauptabnehmer der deutschen Exporte sind die Länder innerhalb der EU, davon haben 17 Nationen den Euro als Zahlungsmittel. Zahlreiche Euro-Länder sind klamm, andere stehen kurz vor der Insolvenz, eines hängt quasi schon am Tropf.

Der prägnante Rückgang der Warenausfuhren sollte keine Überraschung sein, schon gar nicht nach der jüngsten Einschätzung der Wirtschaftsweisen, die für das Ende vierte Quartal 2012 eine wirtschaftlich Talsohle „prophezeien“. „Es solle danach aber wieder aufwärts gehen“.

Interessant wäre allerdings das Volumen vom „angeschriebenen Anteil der in die Euro-Zone exportierten Waren. Eine nächste Hochrechnung der Target2-Forderungen könnte aufschlussreich sein.

Nicht ganz grundlos wiesen bereits Ökonomen darauf hin, den Binnenmarkt für die Exporte etwas in den Hintergrund zu schieben, dafür den Handel mit Drittländern auszubauen und ganz besonders die „Konsumfreude“ im Inland zu beleben. Letzteres stünde allerdings entgegen den Empfehlungen der Wirtschaftsweisen an die Bundesregierung, den Gürtel noch etwas enger zu schnallen. Wenn irgendwo gespart (gekürzt) wird, dann spürt das der Endverbraucher in der Regel sehr schnell und deutlich. Die Lust am „Shopping“ wird eingetrübt.

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