Helmut Schmidt hält EU Krisenmanager für unfähig

Helmut Schmidt zur Schuldenkrise-

Europa fehlte die Tatkraft in der Schuldenkrise. Der Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) trat in der ARD-Abendsendung Menschen bei Maischberger als Gesprächsgast auf und fand unmissverständliche Worte zum europäischen Krisenmanagement.

„Es fehlt jemand, der den Überblick auf das Gesamte hat“

Helmut Schmidt
Altkanzler Helmut Schmidt

Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt erteilt den Diskussionen, Griechenland aus der Euro-Zone zu werfen, eine klare Absage. Er lenkt zwar ein, dass es ein Fehler gewesen sei, Griechenland in die Währungsgemeinschaft aufzunehmen, aber nun müssten die Konsequenzen getragen werden.

Rückendeckung gibt Helmut Schmidt dem Chef der SPD, Sigmund Gabriel. Der Forderung einer Verallgemeinerung der Schulden im Euro-Raum gibt Schmidt „im Prinzip Recht“, jedoch sollte daraus keine Regel gemacht werden. Dennoch sei es in Anbetracht der gegenwärtigen Situation „beinahe unausweichlich“.

Klare Kritik auch gegen das Krisenmanagement der USA und Europäischen Union. Helmut Schmidt stellte fest, dass es bereits beim Beginn der Weltfinanzkrise gegen Ende 2008 versäumt worden sei, die internationalen Beschlüsse, u.a. zur Regulierung der Finanzmärkte, seitens der USA und der Europäischen Union umzusetzen.

Die bisherigen Rettungsschirme hätten sich lt. dem Altkanzler als unzureichend herausgestellt.
Die erforderliche Tatkraft wäre nicht aufgebracht worden.

Helmut Schmidt stellte hervor, dass es sich bei den gegenwärtigen Problemen nicht um eine Euro-Krise sondern um eine Schuldenkrise handelte. Selbst Deutschland hätte sich höher verschuldet, als es der europäische Stabilitätspakt zuließe. Darüber hinaus fehlte es in Europa um „jemanden, der einen Überblick über das Gesamtproblem hat“, erklärte der Altkanzler.

Helmut Schmidt derzeit „größtes Vorbild“ der Deutschen

Helmut Schmidt wurde als Nachfolger Willy Brandts 1974 vom Bundestag zum Bundeskanzler gewählt. Seine Amtszeit endete 1982, Nachfolger wurde Helmut Kohl (CDU). Jüngst wurde der inzwischen 93-jährige Altkanzler bei einer Forsa-Umfrage (im Auftrag der Zeitschrift Hörzu) als „größtes lebendes Vorbild für die Deutschen“ festgestellt. In der gleichen Kategorie wird das Schlusslicht vom Außenminister Guido Westerwelle (FDP) besetzt. Dennoch geht aus der repräsentativen Umfrage nicht hervor, wie die Fragestellung aussah. Vermutlich hätte die Wahl ein anderes Ergebnis gebracht, wenn nach der Personenwahl auch nach dem „Warum“ gefragt worden wäre.

Bild: wikimedia – Lizenz: Creative Commons (CC)

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