USA fahren im Handelsstreit gegen China (noch) Nachteile ein

Handelskrieg –


Mit dem aktuellen Maßnahmen im Handelsstreit zwischen den USA und China drehen sich die gewünschten Ziele Washingtons langsam ins Gegenteil. Eine Ausweitung der Strafzölle seitens der USA zeigt sich daher schon beinahe als erforderlich.

USA China

USA müssten für eigenen klaren Vorteil Handelskrieg umfänglich ausweiten

Chinas Gegenmaßnahmen drehen den Spieß um

Die von den USA gegen China auferlegten Strafzölle könnte der „berühmte Schuss nach hinten“ gewesen sein. Denn China reagierte ganz nach dem Motto: „Wie du mir, so ich dir“. Den Schaden durch die Strafzölle hat China davongetragen, aber der Schaden für die USA ist größer. Zu diesem Ergebnis kommt das Münchener ifo Institut nach der Auswertung der gegenseitigen Handelsaktivitäten. Bisher habe der Handelsstreit zwischen den USA und China vor allem China geschadet, so Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft. Doch die Gegenzölle Chinas drehen quasi den Spieß um und „drehen den US-Vorteil ins Minus.“

China werde mit Berücksichtigung aktueller Preise durch die bereits laufenden US-Zölle jährlich mit 9,3 Milliarden Euro belastet. Die USA erhalten vor allem durch die erhöhten Zoll-Einnahmen einen volkswirtschaftlichen Vorteil von 3,5 Milliarden Euro. Die von China eingeführten Zölle drehen demnach das ursprüngliche Plus für die USA in einen Schaden um, der sich auf rund 2,6 Milliarden Euro beziffert. Gleichzeitig verringerte sich der Verlust Chinas auf 5,7 Milliarden Euro.

Die US-amerikanische Wirtschaft schrumpfe lediglich rund halb so viel wie die Wirtschaft Chinas. Die Wertschöpfung der US-Industrie steige durch die bisherigen Zölle um rund 0,04 Prozent, während die des Agrarsektors um 0,48 Prozent abfalle. Über indirekte Effekte sei auch der Dienstleistungssektor mit einem Rückgang seiner Wertschöpfung um 0,04 Prozent betroffen.

Eine Ausweitung der Strafzölle bliebe als einziges Rezept

Sollten die USA nun die aktuell geltenden Zölle auf 250 Milliarden Dollar Importe von rund 13 Prozent auf 25 Prozent anheben und China dem gleichsetzen, dann würden sich die Kosten Chinas auf fast 18 Milliarden Euro verdoppeln. Der Schaden der USA würde lediglich auf 4 Milliarden Euro anwachsen. „Ein voller Handelskrieg, der den gesamten sino-amerikanischen Güterhandel mit Zöllen von 25 Prozent belegen würde, triebe den jährlichen volkswirtschaftlichen Schaden Chinas auf mehr als 30 Milliarden Euro, während jener der USA 9 Milliarden Euro betragen würde“, so Felbermayr.

China werde durch einen umfassenden Handelskrieg stärker getroffen als die USA, da nach Daten aus dem Jahr 2017 China lediglich Waren im Wert von 130 Milliarden Euro US-Dollar aus den USA beziehen, während die USA aus China Waren im Wert von 506 Milliarden Dollar importieren.

Die deutsche Wirtschaft würde vom Handelskrieg profitieren

Derzeit fahren die deutsche Wirtschaft und die der EU durch die bereits laufenden Strafzölle einen geringfügigen Vorteil von 0,3 bzw. 0,7 Milliarden Euro ein. Sollte der Handelskrieg zu einem vollen Umfang eskalieren, dann könne die deutsche Wirtschaftsleistung um rund eine halbe Milliarden Euro ansteigen. Der Export in die USA und nach China würde zunehmen. Allerdings blieben bei dieser Annahme die negativen Effekte der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit unberücksichtigt.

Gleichzeitig trete zu Tage, dass der zwischen den USA und China vorherrschende Handelsstreit die deutliche Abkühlung der globalen Konjunktur „nur zu einem kleinen Teil erklären kann.“

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