Handelsabkommen EU-Kanada: Eine Reihe von Vorteilen durch CETA?

Freihandelsabkommen-


Das Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) gilt als eine Vorlage für das geplante transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) mit den USA. Vorteile und Nachteile dieser Handelsbeziehungen müssen abgeschätzt und gegenüber gestellt werden. Das Münchner ifo Institut zählte eine Reihe von möglichen positiven Effekten durch CETA auf.

Europa Spiel

CETA soll als Blaupause für TTIP verwendet werden. Nutznießer sind in beiden Fällen „die anderen“

CETA ermöglicht Steigerungen bei Export und Einkommen

Die deutschen Exporte nach Kanada könnten verdreifacht und die Importe verdoppelt werden. Auf langfristige Sicht wäre beim realen Pro-Kopf-Einkommen ein Zuwachs von 0,19 Prozent und in der gesamten EU 0,22 Prozent möglich. Mit einem Zuwachs des Pro-Kopf-Einkommens von 2,97 Prozent würde Kanada jedoch einen deutlich größeren Vorteil haben. So lautet die Aufzählung der Vorteile durch das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada (Comprehensive and Economic Trade Agreement, CETA) durch das Münchner ifo-Institut.

Größte Vorteilsnehmer des EU-Kanada Handelsabkommens wären lt. Gabriel Felbermayr vom ifo Institut München die „Konsumenten von Agrarprodukten und ressourcenintensiv erstellten Produkten sowie die Konsumenten von fossiler Energie, weil sie nun billiger im Ausland einkaufen können“. Die ärmere Bevölkerungsschicht würde einen besonders großen Nutzen ziehen.

Die in Kritik geratenen Investor-Staats-Schiedsgerichte seien für das Erreichen dieser positiven Effekte durch CETA nicht notwendig. Eine Vergemeinschaftung politischer Risiken in der EU dürfe es nicht geben. Dazu sollte das Investitionskapital auf die Direktinvestitionen des Auslands beschränkt sein, so Felbermayr. „Es ist überaus fraglich, ob der globale Investitionsschutz wirklich am besten durch ein Geflecht bilateraler Verträge gewährleistet werden kann. Viel besser wäre ein institutionalisierter, unabhängiger internationaler Gerichtshof, der hauptamtliche und wirklich unparteiische Richter hat, die Fall-unabhängig vergütet sind, und der einen Revisionsweg bietet“.

Die wirklichen Gewinner sind die Industrie-Unternehmen

Im ersten Halbjahr 2014 hatten die deutschen Exporte nach Kanada einen Anteil von 28 Prozent des gesamten EU-Exports. Die Ausfuhren von Deutschland nach Kanada umfassten ein Volumen von 4,4 Milliarden Euro, so das EU-Statistikamt (Eurostat) Ende September 2014. Hauptanteile des gesamten EU-Exports nach Kanada sind Erzeugnisse aus der Industrie (79%).

Demnach könnte das Handelsabkommen CETA die deutschen Exporte nach Kanada auf rund 13,2 Milliarden Euro steigern. Für den deutschen Arbeitnehmer steht eine „Lohnsteigerung“ um 0,19 Prozent (auf das Hundertstel genau!) in Aussicht. Bei einem monatlichen Netto-Einkommen von 1.500,- Euro entspräche dies einem Lohn-Plus von 2,85 Euro, jedoch auf „lange Sicht“.





Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.