Großaufgebot bei Deutscher Bank – Steuerfahnder & Haftbefehle

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Ein Großaufgebot von rund 500 Beamten der verschiedenen Ermittlungsbehörden hat im gesamten Bundesgebiet die Geschäftsräume der Deutschen Bank durchsucht und in diesem Zuge gleich fünf Mitarbeiter per Haftbefehl abgeführt. Offensichtlich handelt es sich um die bereits seit Jahren untersuchte Betrugsmasche über das sog. Umsatzsteuer-Karussell.

„Missbrauch des Umweltschutzes für Steuerbetrug“

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Emissionszertifikate & USt.

Am Mittwochmorgen gab es in der Frankfurter Geschäftszentrale der Deutschen Bank einen großen Ansturm. Doch waren es keine vermeintliche Kunden, die sich zum Vorbild mancher Supermarkt-Discounter ein exklusives Angebot unter den Nagel reißen wollten, sondern rund 500 Beamte von der Steuerfahndung, der Bundespolizei und vom Bundeskriminalamt. Sie durchsuchten die Frankfurter Zentrale und weitere Geschäftsräume und Wohnungen u.a. in den Städten Düsseldorf und Berlin.

Die hessische Generalstaatsanwaltschaft verdächtigt lt. Süddeutsche Zeitung (SZ) (Mittwoch) mehrere Mitarbeiter der Deutschen Bank der Geldwäsche und der versuchten Strafvereitelung. Unter den insg. 25 verdächtigten Mitarbeitern erließ die Staatsanwaltschaft bereits heute für 5 einen Haftbefehl.

Scheinfirmen als Zwischenstationen im Umsatzsteuer-Karussell
Der Umweltschutz dient offensichtlich als „Katalysator“ für einen verdeckten Betrug zur Umsatzsteuer. Mit dem sog. Umsatzsteuer-Karussell erstattet der Fiskus an Scheinfirmen Steuern im Voraus, die letztendlich aber nie zurückgezahlt wurden, so die SZ. Diese Scheinfirmen nutzten die für den CO2-Ausstoß handelbaren Emissionsrechten.

Diese Emissionszertifikate wurden von den Steuerbetrügern im Ausland umsatzsteuerfrei erworben und zu günstigeren Konditionen weiter verkauft. Von den Finanzbehörden wurde die Umsatzsteuer zurück verlangt. Um den Abnehmer dieser Emissions-Zertifikate handelte es sich nach Angaben des Gerichts um die Deutsche Bank.

Die größte Bank Deutschlands wolle lt. SZ weiter „umfassend mit den Behörden“ kooperieren und gab zu dem derzeitigen Fall bekannt:
„Im Zusammenhang mit seit dem Frühjahr 2010 laufenden Ermittlungen gegen einzelne Personen wegen des Verdachts der Umsatzsteuerhinterziehung beim Handel mit CO2-Emissionszertifikaten haben heute auch Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt in den Räumen der Deutschen Bank in Frankfurt stattgefunden“.

Ahnungslosigkeit des Bankenmanagements und Bauernopfer

Erst Ende November erhielt die HypoVereinsbank Besuch von der Steuerfahndung aufgrund des Verdachts der Steuerhinterziehung. Noch schwebend sind die Verfahren gegen zahlreiche internationale Kredithäuser zum Euribor-Skandal. Der Libor-Skandal ist noch nicht ausgestanden und die Schweizer Großbank UBS stand dieses Jahr bereits mehrmals im Visier „irgendwelcher“ Behörden und Ermittler.

Diese „Skandal-Geschichten“ haben in der Regel eines gemeinsam. Es handelte sich immer nur um interne Einzeltäter und das Management stand „wie vor dem Kopf geschlagen“ vor vollendeten Tatsachen. Nach „Sprachlosigkeit“ folgt ein Zugeständnis zur „uneingeschränkten Kooperation“ mit den ermittelnden Behörden. Am Ende rollen die Köpfe der Bauernopfer.

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