Griechenlands Schuldenrückkauf doch nur „Bauchlandung“?

Griechenlandkrise-


Griechenland will ab Montag offenbar eine weitere Auktionsrunde zum Anleihenrückkauf-Programm starten. Die am Freitag abgelaufene Offerte führte zu sehr optimistischen Einschätzungen des griechischen Premiers Samars und dürfte sich bei realistischer Sichtweise als eine Bauchlandung herausstellen.

Update 12.12.12: Schuldenrückkauf im 2. Anlauf abgeschlossen

Anleihen gingen scheinbar nur zögerlich über die Tresen

Griechenland Auktion
Mehr Geld für Anleihen-Auktion
Bild: s.media / pixelio.de

Die Einschätzung von Erfolg und deren Darstellung ist subjektiv. Der „Riesenerfolg“ der am Freitag abgelaufenen Anleihenauktion Griechenlands könnte sich doch noch als eine Finte des griechischen Premiers Samaras herausstellen.

Am Montag könnte eine weitere Angebotsrunde eröffnet werden, um das „Interesse von ausländischen Gläubigern zu wecken“, berichtete ekathimerini (Montag). Demnach soll ein griechischer Regierungsbeamter am Samstag erklärt haben, Athen hätte Angebote in einer Gesamtsumme von rund 30 Milliarden Euro erhalten.

Auch noch am Sonntag bestätigte ein Beamter dem Fernsehsender „Mega“, dass die erhoffte Summe so gut wie erreicht worden sei. Allerdings würde in Erwägung gezogen worden, die Auktion in die Verlängerung zu schicken, um auch von griechischen Banken weitere Angebote einzuholen. Bis Freitag sollen von ausländischen Investoren Angebote in einem Volumen von mindestens 15 bis 16 Milliarden Euro und rund 10 bis 11 Milliarden Euro von griechischen Banken eingegangen sein.

Die griechischen Kreditinstitute halten rund 17 Milliarden Euro an Staatsanleihen und erklärten noch am Freitag, zwar an der Anleihenauktion teilnehmen zu wollen, allerdings ohne Preisgabe der Anzahl der Anleihen, die sie einzutauschen bereit wären.

Inzwischen soll sich aber herausgestellt haben, dass sich die Banken nur sehr zögerlich an der Anleihenauktion beteiligten, obwohl Angst bestünde auf erhoffte Gewinne aus den Staatspapieren verzichten zu müssen. Immerhin stehen weitere 24 Milliarden Euro aus dem Pott von 34,4 Milliarden Euro bereit, um auf mehr oder weniger direktem Wege die Banken zu rekapitalisieren.

Der griechische Premier Samars hat sich offensichtlich nicht nur mit seiner Verkündung, das Rückkaufprogramm sei „sehr erfolgreich“ verlaufen, etwas verzettelt, sondern auch die weitere Aussage, die bereitgestellten Gelder würden der realen Wirtschaft weitergereicht werden, muss noch erst den Prüfstein passieren.

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