Griechenlands Schuldengebirge muss mit 130 Mrd.€ Haircut abgebaut werden

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Griechenlands Schuldengebirge werde ohne Schuldenschnitt nicht abgebaut werden können. Die Citigroup empfiehlt einen sofortigen Haircut von rund 130 Milliarden Euro und bleibt damit auf dem Standpunkt wie bereits vor gut vier Jahren.

Eurokrise

Die Gläubiger müssen verzichten, oder der Steuerzahler blutet über die nächsten Jahrzehnte

Ohne Haircut werde Griechenland nie aus Schuldenfalle entkommen

Wenn Griechenland mit dem unübersichtlichen Schuldengebirge irgendwie auf einen grünen Zweig kommen soll, müssten die Gläubiger auf einen ganzen Gebirgszug ihrer Forderungen verzichten, so eine Analyse der Citigroup.

Die für Griechenland angewandten „Rettungsmaßnahmen“ führten zu noch mehr Schulden, einer eingebrochenen Wirtschaft, die Verelendung der Bevölkerung. Griechenlands Schuldenquote sank zwar im ersten Quartal 2015 etwas ab, aber dieser Abbau war ein Nebeneffekt einer politischen Motivation des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) gegen die zum Jahresanfang neugewählte Links-Regierung Syriza. Er forderte die Rückzahlung mehrerer Milliarden Euro aus dem griechischen Bankenrettungsfonds an, damit dieses Kapital „dem Feind“ nicht in die Hände fällt. Darüber hinaus fließen die aktuellen wie auch folgenden Kredite lediglich für die Rückzahlung alter Kredite und in der nächsten Zukunft werden weitere über 80 Milliarden Euro den Schuldenstand in neue Höhe treiben. Athen dient als Überweisungsziel nur als „Zwischenstation“.

Eingeleitete Griechenlandrettung basiert auf Fantasien

Zu Beginn der ersten „Hilfsmaßnahmen“ verbreitete die Troika (Internationaler Währungsfonds, Europäische Zentralbank, EU-Kommission) die Gerüchte, dass Griechenland anhand dieser Maßnahmen wieder sehr schnell gesunden und ab dem Jahr 2022 die Schulden wieder tragen können werde. Damals sprach die Citigroup bereits von einem benötigtem Schuldenschnitt in einem Umfang von 76 Prozent und zwar sofort.

Die Realität sieht heute allerdings grundlegend anders aus. Lt. Eurostat legte Griechenland Ende März 2015 eine (leicht reduzierte) Schuldenquote von knapp 170% vor. Die Kehrtwende des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras in den Verhandlungen mit den Gläubiger resultierte in ein akzeptiertes Spar- und Reformpaket, das die Wirtschaft des Landes noch weiter zu Boden drücken wird.

Haircut um 130 Mrd. Euro und zwar sofort

In einer aktuellen Analyse kam die Citigroup prinzipiell zum gleichen Ergebnis. Griechenlands Verschuldung brauche dringend einen „Haircut“ und zwar umgehend. Mit den gestiegenen Schulden ist auch der notwendige Verzicht der Gläubiger angestiegen. Citigroup empfiehlt einen Schuldenschnitt zwischen 60 und 72 Prozent des BIP, bzw. um bis zu 130 Milliarden Euro.

Die Rettungspolitiker steuern derzeit in die entgegengesetzte Richtung. Die EZB erhöht voraussichtlich die ELA-Kredite um eine weitere Milliarde und Griechenland erhält derzeit Überbrückungsgelder bis die Verhandlungen für die ESM-Spritze mit gut 80 Milliarden Euro unter Dach und Fach sind. Für jede einzelne Maßnahme steht der EU-Steuerzahler als Bürge.





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