Griechenlands Schulden wachsen durch einfaches Hinsehen

Eurokrise – Griechenland-

Griechenlands Schuldenberg wächst offenbar alleine deshalb schon an, wenn man nur etwas genauer hinsieht. Die letzte Besichtigungstour der von der EU-Kommission, der EZB und dem Internationalen Währungsfonds zusammengestellten Troika brachte eine bis dahin unentdeckte Finanzierungslücke in Höhe von 2,5 Milliarden Euro zum Vorschein.

Griechenlands Finanzierungslücke wächst auf 14 Mrd. Euro

Euro zerbricht
Griechenlands Schuldenberge
Euro Sollbruchstelle?

Die Regierung Griechenlands steht trotz der bisher erhaltenen Hilfspakete vor einem Finanzloch in Höhe von 14 Milliarden Euro. Obwohl ein Teil der Alt-Schulden erlassen wurde, stellte die Troika lt. den Informationen von Spiegel eine „unerwartet hohe“ Finanzierungslücke fest.

Statt der bisher angenommenen 11,5 Mrd. Euro müssten in den kommenden zwei Jahren nun 14 Mrd. Euro gedeckt werden und niemand scheint so recht zu wissen, wie dieses Problem gelöst werden könnte.

Als Gründe für diesen „überraschenden Schuldenanstieg“ werden Rückschläge bei den geplanten Privatisierungen und die sich verschlechternde Wirtschaftslage genannt. Nun würde für den kommenden September eine weitere Prüfungstour der Troika eingeplant, um die Höhe der griechischen Finanzierungslücke genauer zu bestimmen.

Griechenlands Schuldenberg ohne weitere Hilfen begegnen
Ziel wäre es, Griechenland ohne zusätzliche Hilfspakete über die Runden zu bringen. Ein Weg dafür wurde jedoch noch nicht gefunden. Nach den Angaben der Troika würden die Versprechungen des Ministerpräsidenten Antonis Samaras, die Finanzierungslücke in Höhe von 11,5 Mrd. durch Sparmaßnahmen zu schließen, lediglich zu rund einem Drittel ausreichend sein. Die zusätzlichen Belastungen durch die tatsächlichen 14 Mrd. Euro wären nur noch problematischer.

Europäische Einheit war noch nie existent

Griechenland ist Dreh- und Angelpunkt der Euro-Zone und entwickelt sich Schritt für Schritt zum Prüfstein der gesamten Währungsunion. Die Mitgliedsländer wurden nicht nur in geografische Nord- und Südländer eingeteilt, sondern auch in zwei separate Lager für Pro & Contra Griechenlandhilfen.

Eine dritte Kategorie entwickelt sich gerade. Soll Griechenland austreten oder in der Euro-Zone verbleiben? Die Meinungen der Politiker und Ökonomen gehen sehr weit auseinander. Die griechische Regierung dürfte aber verbreitete „Schreckens-Szenarien“ über einen Euro-Austritt der Helenen mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. Würden dadurch Möglichkeiten in die Hand gegeben werden, mehr Druck für weitere Milliardenzahlungen ausüben zu können. Der Hilfsbedürftige wandelt sich zum Fordernden.

Finnland spielt innerhalb des „Euro-Schauspiels“ eine Sonderrolle. Als einziges Euro-Mitgliedsland verband Finnland die Hilfszahlungen an Spanien mit besonderen Sicherheiten und macht inzwischen kein Geheimnis mehr daraus, sich „offen und ehrlich“ auf einen Zusammenbruch des Euros vorzubereiten.

Eine traurige Zwischenbilanz im Euro-Schauspiel „Wachstum & Wohlstand“.

Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

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