Griechenlandrettung: Es hängt am Anleihe-Rückkaufprogramm

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Griechenland ist noch lange nicht in den ruhigen Gewässern eines sicheren Hafens angekommen. Am Montag trifft sich die Euro-Gruppe wiederholt in Brüssel, um das anstehende und notwendige Rückkaufprogramm griechischer Staatsanleihen zu beraten. Ob der Brüssels „Visionen“ aufgehen, darf bezweifelt werden.

Griechenland-Rettung steht und fällt mit dem Schuldenrückkauf

Griechenlandkrise
Rettungserfolg völlig ungewiss

Wenn in den aktuellen Rettungsfragen für Griechenland noch etwas besonders labil sein sollte, dann mit Sicherheit das Thema Rückkaufprogramm für die griechischen Staatsanleihen.

Die Euro-Finanzminister haben das neueste erweiterte Hilfspaket für Griechenland nach mehrmaligem Anlauf über die Bühne gebracht und der deutsche Bundestag entschied am letzten Freitag mit großer Mehrheit, dass die Zahlung im Volumen von knapp 44 Milliarden Euro, mit deutschem Anteils von rund 13 Milliarden Euro, „so in Ordnung“ ginge.

Nachdem Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) noch beim ersten ergebnislosen Treffen der Euro-Gruppe beteuerte, dass sämtliche Rettungsmaßnahmen für den Bundeshaushalt nicht „unmittelbar belastend“ sein würden, musste er inzwischen „notgedrungen“ für 2013 eine Etat-Lücke in Höhe von rund 730 Millionen Euro einräumen.

Rettungspläne nach Uhrwerk-Modell
Ein reibungsloses Funktionieren von Rettungsmaßnahmen setzte neben dem detailierten Durchdenken aller einzelnen Punkte auch das tadellose Mitspielen aller Beteiligten voraus. Um auf Überraschungen vorbereitet so sein, würde ein „Plan B“ für schnelle Abhilfe sorgen können. Doch Brüssels Krisenmanagement setzt stets Apparate in Bewegung, die nach einem kompromisslosen Uhrwerk funktionieren. Fällt auch nur ein Zahnrädchen aus, ist das gesamte Projekt zum Scheitern verurteilt.

So setzt das jüngst verabschiedete Rettungspaket für Griechenland ein erfolgreiches Anleihenrückkaufprogramm voraus. Ansonsten wären die zugesagten Milliarden potenziell in den Sand gesetzt, da die ohnehin bereits zeitlich gestreckten Ziele für eine Haushaltssanierung Athens keinesfalls erreicht werden könnten. Ohnehin sind die „Visionen Brüssels“ auch bei anstandslosem Zutun aller „Uhrwerks-Bestandteile“ sehr optimistisch ausgerichtet.

Es hat den Anschein, als ob die notwendigen Einzelbausteine im laufenden Betrieb eingesetzt werden sollen, bereits nachdem die „Unruh im Rettungsuhrwerk“ angeworfen wurde. Sollte das Anleihen Rückkaufprogramm fehlen, kann das Werk ebenso nicht funktionieren, wie wenn das Projekt letztendlich scheiterte.

Eine neue Diskussionsrunde der Euro-Gruppe zum Schuldenrückkauf-Programm
Heute am Montag soll mit einem weiteren Treffen der Finanzminister aus den Euro-Ländern in Brüssel über das Schuldenrückkaufprogramm Athens beraten werden. Der Start zum Anleihenrückkauf steht unmittelbar bevor.

Private Investoren sollen dazu bewegt werden, ihre Anleihen zu einem deutlich unter dem zum Laufzeitende liegenden Nennwert zurück zu geben. Damit Griechenland aktiv handeln kann, soll ein Budget in Höhe von 10 Milliarden Euro vom derzeitigen Hilfskredit verwendet werden. Als Alternative stünde noch ein Vorschuss aus dem Rettungsschirm EFSF zur Debatte. Derzeit sind von privaten Anlegern gehaltene Staatsanleihen im Wert von ca. 62 Milliarden Euro im Umlauf.

Das Dilemma liegt im Detail
Mit dem ersten Schritt will Athen den Privatinvestoren ein Angebot unterbreiten. Mit Spannung darf erwartet werden, wie weit die Privatinvestoren dazu bereit sind, ihre gehaltenen Staatspapiere vorzeitig zurück zu geben. Genau an diesem Punkt könnte „Brüssels Vision“ platzen wie eine Seifenblase. „Welcher Bauer gibt freiwillig seine Kuh auf, die beginnt neben Milch auch noch Geld zu produzieren?“.

Die Privatinvestoren erhielten die griechischen Staatsanleihen zu einem „Schleuderpreis“ von rund 20% zum Nennwert. Gerade aufgrund des erweiterten Hilfskredits im Volumen von knapp 44 Milliarden Euro erhielten die Staatspapiere inzwischen einen preislichen Auftrieb. Die Marke von 25 % unter dem Nennwert wird bereits als Minimum angesehen und die Skala ist nach oben relativ offen. Wer als Privatinvestor dazu bereit ist, zu diesem Zeitpunkt die Anleihe an Griechenland zurück zu geben, fährt zwar bereits einen kräftigen Gewinn ein, verzichtete aber damit auf weit höhere mögliche Renditen.

Das notwendige Rückkaufprogramm könnte sich schlimmsten Falls als ein „Mega-Flop“ herausstellen, der alle bisherigen Rettungsmaßnahmen samt Geld in den Sand zu setzen droht.

Es sei denn, das eigentliche Ziel Brüssels ist der uneingeschränkte Schutz der Investoren und Banken. Für diesen Zweck würden die Pläne perfekt funktionieren.

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