Griechenland Pleite: Bis zu 89 Mrd. Euro Verlust für Deutschland

Griechenland Pleite-

7 Milliarden Euro sprechen für einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Das Münchener ifo-Institut berechnete die möglichen finanziellen Belastungen für Deutschland, wenn Griechenland in der Eurozone verbleibt, aber in die Insolvenz rutscht, oder sich dafür entscheidet, der Gemeinschaftswährung den Rücken zu kehren.

Griechenland könnte Deutschland 89 Mrd. Euro Verluste bescheren

Griechenland-Austritt
Griechenland zur Auktion?
Austritt wäre billiger

82 Milliarden Euro würde die Gesamtrechnung für Deutschland betragen, falls Griechenland nach Zahlungsunfähigkeit aus dem Euro-System aussteigt. Diese Rechnung ist als ein glatter Verlust zu werten. Sollte Griechenland jedoch nach seiner Insolvenz im Euroraum verbleiben, käme eine Verlustrechnung in Höhe von 89 Milliarden Euro auf den deutschen Haushalt zu.

Das Münchener ifo-Institut hat alle bereits ausgezahlten Beträge der unterschiedlichen Hilfspakete für Griechenland einberechnet. In der Aufstellung sind auch die Aufkäufe von griechischen Staatspapieren durch die Euroländer und Zentralbanken enthalten.

Dazu kommen die angesammelten Target-Verschuldungen der griechischen Zentralbank, die Forderungen der griechischen Notenbank gegenüber den nationalen Banken sowie die Verbindlichkeiten aus der überproportionalen Ausgabe von Banknoten.

Nicht mit eingeflossen sind die Anteile der Abschreibungsverluste deutscher Banken und Versicherungen sowie die offen bleibenden Forderungen der deutschen Privatanleger.

Der Haftungsanteil Deutschlands aus intern. Hilfen für Griechenland

Grundlage bildet der Datenbestand vom 24.07.2012

(Anmerkungen) Rettungsmechanismen Gesamt-Budget
in Mrd. Euro
Deutschlands
Anteil, in Mrd. Euro
(1) Erste Hilfszahlung Euroländer 52,9 15,2
(2) Erste Hilfszahlung IWF 20,1 1,2
(3) Zweite Hilfszahlung EFSF 73,9 21,5
(4) Zweite Hilfszahlung IWF 1,6 0,1
(5) Ankauf griechischer Staatsanleihen 45 12,4
(6) Verbindlichkeiten Target-Kredite 96,9 27,0
(7) Schuld aus der überproportionalen
Ausgabe von Banknoten
(Stand April 12)
17,4 4,8
Gesamt bei Konkurs
und Austritt aus Euro-Zone
307,8 82,2
(8) Schuld des Bankensystems an die
griechische Zentralbank
(Stand Juni 12)
137,5 38,3
Gesamt bei Konkurs
und Verbleib Griechenlands
331,0 88,7

(1) und (2): ursprüngliche Betrgäe 80 Mrd. Euro, bzw. 30 Mrd. Euro. Die noch nicht ausgezahlten restlichen Beträge wurden dem zweiten Hilfspaket übertragen.
(5): Geschätzter Betrag. Ohne Käufe griechischer Staatsanleihen durch die Zentralbank Griechenlands.
Zu den Anteilen Deutschlands:
von (1): Vertraglich fixiert,
von (2) und (4): wie Beitrag zur Kapitalausstattung des IWF (6,1%)
von (3): Anteilig zum EFSF-Schlüssel, bereits um die „Stepping out Guarantors“ bereinigt (Griechenland, Irland und Portugal, 29,1%)
von (5), (6), (7) und (8): Anteil am EZB-Kapital ohne Griechenland, entspr. 27,8%.
(Quelle: ifo-Institut)

Bankrott Griechenland: Gegenrechnung Verbleib – Austritt

Verluste bei Griechenland-Austritt
Sollte Griechenland die Euro-Zone verlassen, erlischt gleichzeitig das Rechtsverhältnis zwischen dem Geschäftsbankensystem Griechenlands und der Europäischen Zentralbank (EZB). Bestehende Target-Forderungen der EZB gegenüber Griechenland und die Verbindlichkeiten Griechenlands wegen überproportionaler Bankenoten-Ausgaben bleiben auch nach einem Austritt bestehen. Lediglich Deutschland verliert jeglichen Anspruch seiner Anteile der EZB-Forderungen.

Verluste beim Verbleib Griechenlands
Das Rechtsverhältnis zwischen EZB und Griechenland hat weiterhin Bestand. Der EZB steht die gesamte Forderung gegen die Banken Griechenlands zu. Das gilt auch für die bestehenden ELA-Forderungen (ELA: Emergency Liquidity Assistance, für Notfall-Liquiditätshilfe) gegen den Staat Griechenlands, inklusive den sich überschneidenden Target-Ansprüchen.

Das ifo-Institut geht sogar noch von höheren Verlusten aus, weil bei einem Staatsbankrott auch die Banken insolvent gehen und die gegenüber ihrer Notenbank abgegeben Sicherheiten nicht mehr nachkommen können. Die abgegebenen Garantien bestehen überwiegend aus Staatspapieren und staatlich besicherte Papiere.

Deutschlands Verluste werden bei einem Verbleib Griechenlands auf eine Summe von 88,7 Mrd. Euro anwachsen. Wenn die Refinanzierungskredite wegen Zahlungsunfähigkeit nicht mehr zurückgezahlt werden können, kommen zusätzliche Verluste für den Teil der griechischen Refinanzierungskredite dazu, der für die Selbstversorgung des Landes mit Liquidität angedacht war.

In diesem Fall entsprechen die anteiligen Verluste Deutschlands der Höhe der gesamten Forderungen der griechischen Zentralbank gegenüber dem griechischen Bankensystem. Deutschlands Anteil von 27,8% ergibt absolut einen Betrag von 137,5 Mrd. Euro.

Der Target-Verlust in Höhe von 27 Mrd. Euro und der Euro Verlust aus der Banknotenausgabe in Höhe von 4,8 Mrd. Euro müssen durch 38,3 Mrd. Euro der ersten Berechnung ersetzt werden. Daraus resultiert der Gesamtverlust von 88,7 Mrd. Euro, wie dieser in der o.g. Tabelle aufgeführt ist.

Man nehme einfach 83 Mrd. Euro und verbrennt es….

Griechenland geht pleite und zieht sich zurück: 82,2 Mrd. Euro Verlust, Griechenland bleibt: 88,7 Mrd. Euro Verlust.

Wäre die Situation nicht bitterer Ernst, könnte man auf die Idee kommen, Griechenland mit 50% Anteil, also 3,5 Mrd. Euro, für einen Euro-Zonen Austritt zu bewegen. Immer noch ein „Schnäppchen“.

Alle bisherigen „Hilfs- und Rettungsmaßnahmen“ führten jedoch zu einem Nichts. Das Feuer wurde mit Benzin übergossen und die Rechnung besagt, dass zwar ein Löschen mit Wasser immer noch knapp „günstiger“ kommt, aber die Fläche beinahe schon komplett in Asche gelegt wurde.

Einigen EU-Politikern wäre es jedoch zuzutrauen, am Koma-Patienten Griechenland solange herum zu experimentieren, bis ein Verbleib in der Euro-Zone als die „einzige Alternative“, da „billiger“, übrig bleibt. Das Euro-Experiment ist faktisch fehlgeschlagen.

Die Idee der politischen und wirtschaftlichen Einigung schwirrt in einigen Politiker-Köpfen nach wie vor ungehindert umher. Es ist nicht deren Geld, welches unsinnig verpulvert wird, sonderen das der Privatanleger und Sparer. Anderes Eigentum zu vernichten bereitet einem selbst keine Schmerzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.