Griechenland geht die Luft aus – Mehr Zeit gefordert

Euro-Krise – Griechenland-

Kein zusätzliches Geld aber „mehr Luft zum Atmen“ fordert der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras. Die Zeit für die auferlegten Reformen in Griechenland wäre zu gering bemessen und müsse gedehnt werden.

Mehr Zeit für Griechenlands Struktur Reformen

Geld
Kein Geld, aber mehr Zeit

Die griechische Ministerpräsident Antonis Samars hat kurz vor seiner Abreise zum Besuch der Bundesregierung in Berlin offensichtlich das Hauptgesprächsthema vorweg eingeleitet. Der BILD erklärte Samaras, dass Griechenland nicht um mehr Geld, dafür um mehr Zeit bitten werde, „Alles, was wir wollen, ist ein wenig Luft zum Atmen, um die Wirtschaft rasch in Gang zu bringen und die Staatseinnahmen zu erhöhen. Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch mehr Geld.“

Nach dem bekannt wurde, dass der Schuldenberg Griechenlands offensichtlich um 2 Mrd. Euro höher liegt als bisher angenommen, steht die Frage offen, wie diese Mehrbelastung überhaupt gemeistert werden könnte.

Zusätzliche Hilfspakete für Griechenland werden für eher unwahrscheinlich gehalten. Bevor es überhaupt zu einer Entscheidung kommen könnte, Athen eine weitere Hilfs-Tranche zu überweisen, wird der voraussichtlich Mitte September erwartete Bericht der Troika abgewartet. In der schwarz-gelben Koalition der Bundesregierung mehren sich die Gegner einer weiteren Griechenlandhilfe.

Noch mehr sparen (kürzen) dürfte in Griechenland die sozialen Spannungen noch weiter strapazieren. Die neue Regierung Griechenlands hat es sich auf das Tagesprogramm geschrieben, das Land wieder auf die richtigen Gleise zu bekommen.

Samaras betont zwar ein Vorankommen bei Privatisierungsmaßnahmen und Strukturreformen, aber lt. den Zwischenberichten der Troika und den Erklärungen der EU-Kommission scheinen die Maßnahmen keinesfalls in zufriedenstellender Geschwindigkeit zu erfolgen.

„Am Ende wäre es wie in der Weimarer Republik“
Ministerpräsident Samaras fürchtet ein Aufflammen der Unruhen, sollte Griechenland aus der Euro-Zone ausscheiden und zur Drachme zurückkehren. Die Einführung der bisherigen griechischen Währung bezeichnet Samaras als „eine Katastrophe“.

Der Bild erklärte er, „es würde mindestens fünf weitere Jahre Rezession bedeuten und die Arbeitslosigkeit über 40 Prozent steigen. Ein Alptraum für Griechenland: wirtschaftlicher Kollaps, soziale Unruhen und eine nie dagewesene Krise der Demokratie.“ Samaras vergleicht die möglichen Zustände mit denen in der ehem. Weimarer Republik.

„Nur mehr Zeit“ – Warum die Diskussionen um Hilfspakete?

Man kann Samaras durchaus verstehen, mehr Zeit für die allemal massiven Eingriffe in die Strukturen umzusetzen. Die Privatisierungen der Post, der Deutschen Bundesbahn sowie Telekommunikation sind ebenfalls nicht nach wenigen Wochen über die Bühne gegangen.

Sollte der Ministerpräsident jedoch „nur“ Zeit benötigen wollen, statt zusätzliches Kapital, hätte es den Anschein, als wären die Diskussionen über weitere Hilfspakete an Griechenland reine Bärendienste.

Bild: tarifometer24.com

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