Griechenland Austritt würde Arbeitslosenquote ansteigen lassen

Hohe Arbeitslosigkeit nach Griechenlandaustritt-


Ein Grexit würde die Arbeitslosenquote stark ansteigen lassen. Zu diesem Schluss kommt die UNO-Abteilung Arbeitsorganisation ILO. Sollte Griechenland aus der Euro-Zone austreten, wäre mit einem signifikanten Anstieg der Arbeitslosenzahlen auch in Deutschland zu rechnen.

Spaniens Arbeitslosigkeit würde dramatisch ansteigen

Griechenland Austritt
Verursacht Grexit EU-weit
hohe Arbeitslosenquote?

Würde Griechenland aus der Euro-Zone austreten, so wäre ein dramatischer Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu befürchten. Ekkehard Ernst, Volkswirt der Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) erklärte der Süddeutschen Zeitung (SZ) (Freitagsausgabe), dass die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in den 17 Staaten der Euro-Länder auf 13 Prozent ansteigen würde.

Ein „Grexit“ würde besonders auf die Südländer Spanien und Portugal erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahl einwirken. Der ILO-Volkswirt erwartete für Spanien eine Arbeitslosenquote von 27,7 Prozent im Jahr 2014. Davon wäre mit dem Anwachsen auf 51,3 Prozent die Arbeitslosigkeit der Jugend besonders hart getroffen. Eine Arbeitslosensteigerung um gut 6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011 erwartete Ernst für Portugal.

Arbeitslosenquote für Deutschland auf 9 Prozent
Deutschlands Arbeitslosenquote würde bei einem Euro-Austritt Griechenlands bis zum Jahresende 2014 auf 9 Prozent anwachsen, so der Wirtschaftsexperte der UNO. Die Arbeitslosenzahl liegt im August 2012 lt. der Bundesagentur für Arbeit bei 6,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 0,2 Prozent.

Eine weitaus höhere Arbeitslosenquote erwartet Ernst nach einem völligen Zerbrechen der Euro-Zone. Die Prognosen der ILO zeigten auf eine Quote von 11,3 Prozent im Jahr 2014 für Deutschland. Frankreich müsste eine Arbeitslosenquote von knapp 17 Prozent rechnen. Spanien würde es mit fast 37 Prozent sehr hart treffen.

Reine Panikmache? Griechenland ist „kleiner“ als Bayern!

Die Hochrechnung der Arbeitslosenquote für Deutschland und weitere Euro-Länder nach einem „Grexit“ erinnert an die derzeitige Diskussion um das Buch von Wilfried Scharnagl, ehemaliger Chef des Bayernkuriers und Vorstandsmitglied der Hanns-Seidel-Stiftung. Scharnagl spricht sich für einen „unabhängigen Staat Bayern“ aus.

Die Einwohnerzahl Griechenlands beträgt rund 10 Millionen Menschen. Das Bundesland Bayern „beherbergt“ rund 12,5 Millionen Bürger. Griechenlands Kaufkraft erreichte für 2010 nach Eurostat einen Index von 94,3, Bayern dagegen 135 (2008), der EU-Durchschnitt liegt bei 100. Die Wirtschaftsregion Bayern gilt einer der stärksten in ganz Europa. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2010 in Bayern bei 35.337 Euro pro Kopf und stellte 17,7% der Gesamtleistung der Bundesrepublik. Griechenlands BIP betrug 2011 rund 22.000 Euro pro Einwohner.

Ein unabhängiges Bayern sollte mehr Sorgen bereiten
Sollte Bayern die Staatsgeschicke unabhängig von Berlin bestreiten wollen und in „aller Konsequenz“ den Taler einführen, wäre das für die EU-Gesamtbilanz ein derber Schlag. Die Prognosen der ILO-Experten erscheinen als völlig aus der Luft gegriffen, wenn nicht wenigstens eine einzige Begründung, ein Bezug oder eine Ableitung zur europaweiten Arbeitslosigkeit dargestellt wird.

Solange nicht erklärt wird, warum ein EU-Land, das in der Einwohnerzahl sowohl auch im BIP kleiner ist als das Bundesland Bayern, in der Lage sein sollte, durch den Euro-Austritt die Arbeitslosenquote im „dramatisch hohen“ Umfang anzuheben, sollte sich niemand durch diese „Schauer-Geschichten“ auch nur ansatzweise beängstigen lassen. Die Aufstellung deutet viel mehr auf die Rolle und Absichten der UNO hin, als dass es sich lohnte nervös zu werden.

Sollten die Gründe schlüssig und nachvollziehbar sein, wäre es ein Leichtes, diese klar darzubringen.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

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