Griechenland Anleihen Auktion: Gläubiger als große Gewinner

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Griechenland hat die Anleiheauktion eröffnet. Die Angebote überraschen sogar „Experten“ und besonders die Gläubiger. Die „Eröffnungsangebote“ für den Rückkauf griechischer Staatsanleihen übertreffen die Erwartungen bei Weitem. Satte Renditen sind selbst mit einem Minimalangebot bereits gesichert.

Griechischer Schuldenrückkauf im Zugzwang

Anleihen Auktion
Dickes Rendite-Plus für Gläubiger
Bild: GG-Berlin / pixelio.de

Griechenland will den Investoren offensichtlich die Entscheidung zur Rückgabe der Staatsanleihen erleichtern. Die Angebote der griechischen Regierung sind zum geplanten Schuldenrückkauf weit höher als die Märkte erwartet hatten. Bis zu 40,1 Prozent bietet Athen für die Schuldverschreibungen mit einer Restlaufzeit von rund 10 Jahren, so FAZ.net (Montag). Das Mindestangebot wurde für Anleihen mit einer Laufzeit zwischen 25 und 30 Jahren auf 30,2% zum Nennwert festgelegt.

Die Offerte blieb nicht ohne Folgen. Die Kursgewinne griechischer Anleihen folgten einer steilen Aufwärtslinie und die Gläubiger, sprich Inhaber der Staatsanleihen können sich auf satte Renditen freuen, sofern die Papiere zurück gegeben werden.

Gernot Griebling, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg für europäische Staatsanleihen, erklärte lt. FAZ, „wir gehen davon aus, dass das Angebot Erfolg haben wird, denn kein Gläubiger dürfte ein Interesse daran haben, dass es nicht funktioniert, weil sonst ein Mosaikstein des Rettungspakets für Griechenland fehlen würde und damit das Gesamtpaket wieder in Frage stehen würde.“

Der Schuldenrückkauf zur Entlastung des Haushalts gehört u.a. zum Plan des neuesten erweiterten Hilfsprogramms für Griechenland. Neben der Billigung von knapp 44 Mrd. Euro als nächste Kredittranche wird der erfolgreiche Abschluss der Anleiherücknahmen für das Gelingen des Gesamtkonzepts vorausgesetzt.

Nun haben die Gläubiger bis zum kommenden Freitag Zeit, ihre Angebote an Griechenland abzugeben. Mit der Auktion erhalten am Ende die Gläubiger den Zuschlag, die für Griechenland das günstigste Angebot abgegeben hatten. Als Spielraum steht die von der griechischen Regierung abgegebenen Preisspanne für die Staatspapiere zur Verfügung. Zu den Inhabern der Anleihen zählen insbesondere Hedgefonds und griechische Banken.

Gehandelt werden 20 unterschiedliche Anleihen in jeweiligen Laufzeiten zwischen rund 10 und 30 Jahren. Das Nominalvolumen der Anleihen beträgt 60 Milliarden Euro und soll mit der derzeitigen Auktion auf den halben Wert gebracht werden. Griechenland kann von einem quasi „1:3 Hebel“ profitieren. Bereits im Februar 2012 erhielten die Gläubiger die Papiere im Rahmen des durchgeführten Schuldenschnitts weit unter dem Nominalwert ausgehändigt. Um die Schuldenlast um 30 Milliarden zu verringern, müsste Griechenland lediglich rund 10 Milliarden Euro aufbringen. Derzeit lasten auf den Staatshaushalt rund 300 Milliarden Euro Schulden.

Gewinner sind auf jeden Fall die Gläubiger
Bei einer Anleihenausgabe von 20 bis 25% zum Nominalwert erzielten die Gläubiger durch das griechische Angebot bereits jetzt schon ein sattes Plus. Verlockend dagegen wirken nach wie vor die Aussichten auf den tatsächlichen Nominalwert zum Ablauf der Laufzeit, der eben 100% statt „nur“ rund 35% betragen würde, jedoch erst in der Zukunft über 10 Jahre hinaus.

Offensichtliche Schizophrenie in den „Rettungsaktionen“

Pikante Tatsache ist der Umstand, dass vor allem Griechenlands Kreditinstitute von der Anleihen Auktion profitieren können. Wurden sie erst per Milliardenkredite und Schuldenschnitte aus Euro-Rettungsprogrammen vor dem Zusammenbruch bewahrt, indem die griechische Regierung sich über den „Hals hinaus“ belastete und nun ermöglicht das erneute Rettungspaket den maroden Banken sich auf einfache und „elegante“ Weise weiterhin zu bereichern. Die Steuerzahler der Euro-Länder „garantieren“ dafür.

Ein wiederholtes Indiz dafür, mit den „Rettungsmaßnahmen“ auf Kosten anderer Länder ausschließlich den Gläubigern, Banken und Investoren zur Hand gehen zu wollen.

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