Goldman Sachs: Niemand hat Lösung für Eurokrise parat

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Europa steht vor einem Dilemma. Goldman Sachs Vorstand Gary Cohn sieht in den unterschiedlichen Wirtschaftsstärken der europäischen Süd- und Nordländer ein fundamentales Problem. Bisher hätte noch kein einziger Politiker ein Konzept, wie die Eurokrise gelöst werden könne.

Euro ist für den Süden zu teuer und für den Norden zu billig

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Ungleiche Euro-Gewichtung zwischen Nord und Süd
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Nach wie vor gäbe es in Europa „grundlegende Probleme“ und die politischen Entscheidungsträger hätten überhaupt keinen Plan, wie das Wirtschaftswachstum in den Südländern der Euro-Region vorangetrieben werden könne, erklärte Gary Cohn, Vorstand von Goldman Sachs. Das europäische Wirtschaftsproblem wäre bisher von niemand gelöst worden. „Niemand könne eine Erklärung abgeben, wie es in Griechenland oder in den anderen Peripherie-Ländern zu Wachstum kommen könne“, so Cohn im Interview mit Bloomberg.

Lt. den Analysten nach einer Bloomberg-Umfrage wird die Wirtschaft in dieser Region noch in diesem Jahr auf 0,1 Prozent schrumpfen, bevor es im Jahr 2014 zu einem Aufschwung kommen könnte. Die Maßnahmen durch den Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, samt seiner Ankündigung, für Banken unbegrenzt Bargeld zur Verfügung stellen zu können, wären nicht ausreichend, um das Wachstum anzukurbeln, so Goldman Sachs Vorstand Cohn.

Dieser Weg wäre ggfs. geeignet um das Problem kurzfristig zu lösen, aber nicht um das Wirtschaftswachstum voran zu treiben. Dem Bankensystem werde zu mehr Stabilität verholfen, aber keinesfalls zu mehr Wachstum. Ein großes Hindernis sieht Cohn in der unterschiedlichen Stärke der „17-Nationen-Währung“. Dies stelle besonders für die südlichen Ländern der Euro-Zone ein großes Problem dar. In einem Topf von 10 Währungen käme die Stärke des Euros in diesem Jahr nach der schwedischen Krone. Seit dem Amtsantritt Mario Draghis am 01. November 2011 pumpte er rund 1 Billionen Euro in Banken, senkte die Zinssätze und kündigte an, die Staatsanleihen aufzukaufen.

Seit der Ankündigung Mario Draghis im Juli 2012, alles unternehmen zu wollen, um den Euro zu retten, ist der Wert gegenüber dem US-Dollar um rund 10 Prozent angestiegen, so Cohn. Der Euro werde schließlich mit dem gewichteten Durchschnitt gehandelt, welches dem Wert der ehemaligen Währungen in den einzelnen Nationen entspräche, erklärte Goldman Sachs Vorstand Cohn.

„Da sind nun Länder im Norden, deren Währung zu billig ist, da sind die Länder im Süden, deren Währung viel zu teuer ist“, so Cohn. Die Südländer wären ganz besonders auf ein Wirtschaftswachstum angewiesen. „Wie schaffen die das Wirtschaftswachstum mit einer Währung, die zu stark ist? Sehr, sehr schwierig“, resümierte der G & S Vorstand im Interview mit Bloomberg.

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